Mann stranguliert sich: Vorwürfe gegen JVA Aachen

Von: André Schaefer
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Das Tor in die Freiheit hat si
Die Justizvollzugsanstalt Aachen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es sind heftige Vorwürfe, denen sich die JVA Aachen ausgesetzt sieht. Wie der „Express“ meldet, sollen drei Mitarbeiter der Aachener Vollzugsanstalt im März 2012 einen damals 29-jährigen Häftling Minutenlang in seiner Zelle gelassen haben, obwohl sich dieser am Fenster mit einer Schlinge aus Bettlaken strangulierte.

Wie die Zeitung berichtet, sollen die Vollzugsbeamten zu dritt an der Zellentür gestanden haben. Erst nachdem sie ihren Vorgesetzten aufgesucht hatten, um ihm von den Geschehnissen in der Zelle zu berichten, sollen sie den Häftling aus der lebensgefährlichen Situation befreit haben. Eine Notärztin habe Minuten später mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Laut „Express“ soll der ehemalige Häftling seitdem ein Schwerstpflegefall sein.

Die Zeitung berichtet zudem, dass der Mann in der Vergangenheit immer wieder Notlagen vorgetäuscht habe, um seine Aufpasser blitzartig zu attackieren. Die JVA-Mitarbeiter seien demnach dazu verpflichtet gewesen, mit mindestens drei Bediensteten die Zelle des Mannes zu betreten.

Die Anwältin des ehemaligen Häftlings, Corinna Born, teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass sie lediglich mit dem Kölner Boulevardblatt spreche. Laut „Express“ sehen Born und die Familie des Ex-Häftlings das Land NRW für den Vorfall verantwortlich. Sie klagen auf einen monatlichen Pflegeaufwand von 10.000 Euro und ein Schmerzensgeld von 500.000 Euro. Ein Gerichtssprecher des Landgerichts Aachen konnte das Einreichen der Klage am Dienstag bestätigen.

Die JVA Aachen äußert sich nicht zu den Vorwürfen. „Wir beziehen zu Dingen, die Gegenstand des laufenden Gerichtsverfahrens sind, keinerlei Stellung“, sagte Charlotte Adams-Dolfen, stellvertretende Leiterin der JVA Aachen, auf Anfrage unserer Zeitung.

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