Mann mit Messer schwer verletzt: Dürener vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. In ihren Plädoyers waren sich Staatsanwalt René Gilles und die Verteidiger der beiden Dürener Jugendlichen Tobias S. (21) und Tim I. (20) durchaus in einigen Punkten einig.

Die beiden Angeklagten hatten vor einer Großen Jugendstrafkammer des Aachener Landgerichts zugegeben, in der Nacht zum 26. November 2011 auf dem Bahnsteig der S-Bahn in Kerpen-Buir einen 37-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt und dann verprügelt zu haben.

Die Tat, die - wie die Prozessbeteiligten erkannten - böse an vergleichbare aber durchweg im Ausgang schlimmere Vorfälle in München-Solln und in Berlin erinnert, ist als versuchter Totschlag angeklagt worden.

Der Angeklagte Tim I. hatte von dem Messerstich nichts mitbekommen, ihm werden „nur” Schläge und Tritte zur Last gelegt.

So forderte der Staatsanwalt für Tobias S. eine Jugendstrafe von dreieinhalb und für Tim I. eine von zweieinhalb Jahren. Alle, auch die anwesende Jugendgerichtshilfe, waren sich einig, dass die beiden nicht oder nicht einschlägig vorbestraften Angeklagten wegen erheblicher „Reifeverzögerungen” noch nach Jugendstrafrecht zu verurteilen seien.

Für die Verteidiger aber waren beide Strafen wesentlich zu hoch gegriffen. Der Verteidiger von Thomas S. plädierte auf eine Strafe, die für seinen Schützling noch auf Bewährung auszusetzen ist, also zwei Jahre nicht übersteigt.

Für den zweiten Angeklagten beantragten die Verteidiger bei der Kammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl eine Strafe von höchstens eineinhalb Jahren, die ebenfalls zur Währung ausgesetzt werden solle.

Der Vertreter des Opfers allerdings wehrte sich vehement gegen die Absicht, die beiden Täter nicht wegen versuchten Totschlags belangen zu können. Nach seiner Meinung wurde der Tod des Mannes auf dem Bahnsteig in Kauf genommen. Das Urteil fällt Freitag, 9 Uhr, im Landgericht.
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