Mangelnde Blutspenden in Aachen sorgen für Probleme

Von: Sabine Rother
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Die Städteregion und Stadt Aachen haben Versorgungslücken. Die ausbleibenden Blutspenden sorgen für Probleme. Foto: dpa/Jan Woitas

Aachen. Stadt und Städteregion Aachen benötigen wesentlich mehr Blut als Spenden eingehen. „Zwei von drei Blutspenden, die wir an die Krankenhäuser und Kliniken allein im Stadtgebiet Aachen geben, stammen aus einer anderen Region Deutschlands“, sagt Ingo Kohnen, Präsident des DRK-Kreisverbandes Städteregion Aachen.

Stadt und Städteregion Aachen gelten daher als „Nehmerbereich“. Die Unterdeckung in diesem Gebiet liegt bei 40 Prozent. Dramatisch sieht es speziell im Stadtgebiet Aachen mit einem Mangel von rund 70 Prozent aus. Auch in den Kreisen Düren und Heinsberg sowie im Kreisverband Jülich ist die Lage unbefriedigend.

Von den für 2017 eingeplanten 1695 Spenden konnte man in Jülich bisher lediglich 1569 verzeichnen. In Düren stehen 3980 kalkulierten Blutspenden eine Realität von 3575 verarbeiteten Halbliter-Gaben gegenüber. In Heinsberg, wo man im Vergleich zum Vorjahr den Spendenrückgang im Moment mit 20 Prozent beziffert, müsste es inzwischen 4685 Blutspenden geben – es sind aber nur 4517. Im Kreis Düren schrumpfte die Anzahl im Vergleich zu 2016 um 15 bis 20 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen gilt die Blutversorgung bereits als gefährdet, wie auch der für Koordination zuständige DRK-Blutspendedienst West in Ratingen bestätigt. „Wir sind diejenigen, die jederzeit versorgen müssen, 365 Tage im Jahr, und das tun wir auch jetzt“, gibt Thomas Herzfeld, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, zu bedenken.

Die Städteregion gilt dabei als alarmierendes Beispiel für eine bundesweite Spendenmüdigkeit sowie für ein geringeres Solidaritätsbewusstsein in der Bevölkerung, sagt Ingo Kohnen. Etwa 13.000 Blutkonserven werden hier gebraucht – nur 7500 wandern ins Speziallabor zur Aufbereitung. In Aachen-Stadt entwickelte sich sogar das Verhältnis von 5000 (Bedarf) zu 1500 (Spenden).

Zudem gehen Spendenwillige nach Gesamteindruck des DRK häufiger dazu über, ihr Blut Einrichtungen wie etwa der Uniklinik Aachen oder anderen Krankenhäusern gegen eine Aufwandsentschädigung (Vollblutspende: allgemein 15 bis 25 Euro) zu überlassen oder sie kommen nach der Erstspende nicht mehr zurück – vielfach aus Gedankenlosigkeit, wie Rückfragen ergeben.

Für das kommende Jahr sind umfangreiche Aktionen geplant, stets unter dem Motto „Spenden kann jeder“.

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