Makler gesteht Millionenbetrug mit fingierten Anlagegeschäften

Von: dpa
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Aachen. Ein 59 Jahre alter Immobilienmakler hat vor dem Landgericht Aachen am Donnerstag Anlagebetrügereien in Millionenhöhe gestanden. Er habe Kunden mit zehnprozentigen Renditen gelockt.

Ihre Gelder habe er entgegen seinen Versprechungen nicht angelegt, sie stattdessen in seine Firmen gesteckt und sein luxuriöses Privatleben davon bezahlt. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage von 97 Betrugsfällen und einem Schaden von über zwei Millionen Euro aus. Ziehe man die verjährten Fälle dazu, liege der Schaden bei weit über drei Millionen Euro, rechnete der Vorsitzende Richter vor.

Die Verteidiger des Angeklagten sprachen von einem „Schneeballsystem”. Eigenen Bekundungen zufolge war der Angeklagte bereits in den 80er Jahren in eine finanzielle Schieflage geraten. Eine teure Scheidung und ein falsch kalkuliertes Bauvorhaben hätten ihr Übriges getan. Um an Geld zu gelangen, habe er sich über Baugeldkonten am Portemonnaie seiner Kunden bedient. Zudem habe er vermeintlich sichere Anlagegeschäfte versprochen.

Seinen Kunden erschien das Angebot seriös und solide. Zum Teil nahmen sie sogar Kredite bei Banken auf, um das Geld anschließend bei dem Angeklagten anzulegen. Die Blase platzte 2008. Da offenbarte der nicht vorbestrafte Angeklagte vor dem Amtsgericht, völlig mittellos zu sein. Seine Schulden sollen derzeit fast zehn Millionen Euro betragen. Für seinen Prozess sind 18 Verhandlungstage vorgesehen. Rund 100 Zeugen sollen zu Wort kommen.

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