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März-„Zoch” in Düsseldorf: An Aschermittwoch ist noch nichts vorbei

Von: dpa
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Karneval Düsseldorf
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Düsseldorf. Angela Merkel hat beste Chancen, mitzufahren. Der polnische Parteichef Jaroslaw Kaczynski hingegen dürfte aus dem Rennen sein: Die Düsseldorfer Jecken wollen bei ihrem nachzuholenden Rosenmontagszug am 13. März Satire erneut großschreiben.

Dabei ist aber noch unklar, welchen Politikern diesmal der Spiegel vorgehalten wird. Denn einige der bereits bekannten politischen Mottowagen sollen kurzfristig durch neue Motive ersetzt werden, um nicht alte Kamellen zu zeigen. Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) und die Stadt gehen am zweiten Sonntag im März von einem ähnlich großen Zuschauerandrang wie an einem Rosenmontag aus.

Der späte Termin mehr als einen Monat nach Aschermittwoch und der Zug-Absage wegen des Sturmtiefs „Ruzica” eröffnet Gelegenheit für einen besonders bunten Zug mit vielen Gästen - auch aus Köln. „Wir haben viele Anfragen”, berichtete CC-Sprecher Hans-Peter Suchand. Mehrere Karnevalsvereine aus Köln und dem Bergischen Land hätten schon ihr Interesse bekundet, mit einer Abordnung am Düsseldorfer „Zoch” teilzunehmen.

Einer der am Rosenmontag vor dem Rathaus präsentierten Wagen fand schon so viel Aufmerksamkeit, dass in dem Fall das Pulver der Narren verschossen scheint. Der Wagen hatte Polen als misshandelte Frau unter dem Stiefel Kaczynskis gezeigt, der nach dem Wahlsieg seiner nationalkonservativen Partei PiS in Polen als starker Mann gilt.

Die Bundesregierung hat polnische Kritik wegen des Wagens abprallen lassen. Sprecher Steffen Seibert machte am Mittwoch deutlich, dass die Regierung bei den Veranstaltern des Düsseldorfer Karnevalszugs nicht intervenieren werde. Der Wagen mit einer Figur der Kanzlerin, über die bedrohlich eine Flüchtlingswelle schwappt, hat nach Einschätzung von Wagenbauer Jacques Tilly sehr gute Chancen, beim „Ersatz-Zoch” im März erneut gezeigt zu werden.

Nach alter Tradition jammerten Düsseldorfer Jecken dennoch am Aschermittwoch über den Tod des Narren Hoppeditz. „An Aschermittwoch ist alles vorbei”, sangen sie. Im Südwesten nehmen die Narren auch tränenreich Abschied von der Fastnacht.

In Trier wird der Rosenmontagszug an diesem Samstag nachgeholt. Bischof Stephan Ackermann hat mit dem Nachholen in der Fastenzeit kein Problem. „Man darf das mit einem gewissen Augenzwinkern sehen”, sagte er. Für die katholische Kirche sei närrisches Treiben in den 40 Tagen vor Ostern zwar „ungewöhnlich”, aber letztlich sei „jeder für sich selbst verantwortlich, wie er die Fastenzeit gestalten will”.