Männerleiche auf dem Bahnhofsvorplatz gefunden

Von: Daniel Taab
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Köln. Für die beiden jungen Frauen war es ein Schock. Auf dem Rückweg von einer Disco entdeckten sie auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz am frühen Sonntagmorgen die Leiche eines Obdachlosen (56), neben ihm lag seine fast erfrorene Begleiterin (53). Es war nicht der erste Fall dieser Art.

Die alarmierten Rettungskräfte konnten dem Mann nicht mehr helfen; der Frau konnte das Leben gerettet werden. Sie hatten nach Angaben aus Polizeikreisen schwerste Unterkühlungen. „Die Frau war dem Tod näher als dem Leben“ , sagte ein Beamter der Rundschau.

Um 7 Uhr hatten die Nachtschwärmerinnen das Paar neben der Bäckerei am Haupteingang entdeckt. Zuerst sprachen die Frauen eine Mitarbeiterin der Bäckerei an, dann wurde gemeinsam am „Info-Point“ im Hauptbahnhof Polizei und Feuerwehr alarmiert. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 56-Jährige nach erheblichem Alkoholkonsum in der eiskalten Nacht gestorben ist. Außerdem soll der Kölner an einer gravierenden Vorerkrankung gelitten haben.

Bei der Resozialisierungshilfe für wohnungslose Menschen (Reso-Hilfe) in Köln sorgte der Tod des Mannes für Bestürzung. „Wir führen regelmäßig Kältegänge durch und machen die Menschen auf die Gefahren des Übernachtens im Freien aufmerksam. Doch manche Obdachlose lehnen es kategorisch ab in den Notunterkünften zu übernachten“ , sagte die Leiterin des Hilfsprojektes Margarete July. Ob das Paar in den vergangenen Tagen auch angesprochen wurde, sei noch unklar.

Im Januar sei bereits ein Obdachloser nach einer kalten Nacht ebenfalls am Hauptbahnhof tot aufgefunden worden. „Wir haben dem Mann bei unseren Kältegängen vier Mal gesagt, dass er dringend in einer Unterkunft schlafen muss. Er war in einem völlig desolaten Zustand“ , so die Leiterin weiter. Der Grund für die Ablehnung sei bei manchen Berbern die Angst bestohlen zu werden, andere könnten keinen Kontakt zu Mitmenschen ertragen.

Es gibt nach städtischen Angaben etwa 50 Menschen die trotz eisiger Kälte nachts draußen schlafen. „Sie haben sich für dieses Leben entschieden. Wir können nur appellieren, aber sie nicht zwingen“, betont Margarete July.

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