„Mach Dein X”: Beteiligung an Bundestagswahlen

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Erst 65 Prozent der Bürger waren wenige Tage vor der Bundestagswahl nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach fest entschlossen, ihre Stimme abzugeben. Foto: ddp

Hamburg/Berlin. Diese Zahl bereitet nicht nur Politikern Unbehagen: Erst 65 Prozent der Bürger sind wenige Tage vor der Bundestagswahl nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach fest entschlossen, ihre Stimme abzugeben.

16 Prozent erwägen noch eine Beteiligung an der wichtigsten Wahl des Jahres am Sonntag. Bei den vorangegangenen drei Bundestagswahlen habe zum vergleichbaren Zeitpunkt der Anteil der fest Entschlossenen schon um die 70 Prozent oder darüber gelegen, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung”.

„Mach Dein X” warb der Bundestag bei Erst- und Jungwählern - doch nicht nur die jüngsten, auch andere Wähler haben immer weniger Lust dazu. Seit fast drei Jahrzehnten geht es mit der Beteiligung an Bundestagswahlen tendenziell bergab. Die Rekordmarke lag 1972 bei 91,1 Prozent, 2005 waren es noch 77,7 Prozent. Vor vier Jahren wurden die bisherigen Tiefstwerte von 1949 (78,5) und 1990 (77,8) noch unterschritten. Die sogenannte Partei der Nichtwähler wuchs 2005 auf 13,83 Millionen ­ das war über eine Million mehr als die Wählerschaft von FDP, Grünen und Linken zusammen.

Bei einem Blick auf die Länder zeigte sich Sachsen-Anhalt 2005 mit einer Beteiligung von 71,0 Prozent erneut als Schlusslicht ­ trotz eines Zuwachses von 2,2 Punkten gegenüber 2002. Spitzenreiter waren Niedersachsen und Saarland mit jeweils 78,3 Prozent. Wie bei allen Wahlen seit der Wiedervereinigung war die Beteiligung im Westen höher als im Osten: 78,5 zu 74,3 Prozent.

Generelle Unterschiede gab es auch bei den Altersgruppen: Besonders pflichtbewusst zeigten sich 2005 die 60- bis 70-Jährigen mit 85,0 Prozent, besonders desinteressiert waren die 21- bis 25- Jährigen (66,5). Die Erklärungsversuche für geringe Wahlbeteiligung sind vielfältig: Sie reichen von Desinteresse über Politik- oder Parteienverdrossenheit bis hin zu mangelndem Vertrauen in politische Institutionen wie Parlament oder Regierung.
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