Düren - LVR: Von Forensik-Flüchtling geht keine Gefahr aus

LVR: Von Forensik-Flüchtling geht keine Gefahr aus

Von: cl
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Düren. Der am Montagnachmittag aus der Rheinischen Klinik an der Meckerstraße geflohene Forensikpatient ist weiter auf der Flucht. Während der Sporttherapie in einer Halle im offenen Teil der Klinik hatte sich der 37-Jährige aus dem Staub gemacht.

Der Mann, der zuletzt in Aldenhoven wohnte, war nach einer Brandstiftung im Februar 2010 in die Forensik eingewiesen worden.

Während die Polizei am Montagabend Gewalttätigkeiten gegen andere nicht ausschließen wollte, relativierte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger der Rheinischen Klinik am Dienstag die Gefahr, die von dem 37-Jährigen ausgeht. „Wir kennen den Patienten seit weit mehr als zehn Jahren und haben bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass er aggressiv werden kann”, sagte LVR-Sprecherin Katharina Landorff der DZ. Der Aldenhovener leide unter einer schizophrenen Psychose und sei damit seit langem in der Dürener Klinik in Behandlung. Im Februar des vergangenen Jahres habe er in der Vorstellung, er könne so seine Wohnung von etwas Bösem reinigen, die Gardinen angezündet. Personen seien dabei nicht gefährdet worden, und auch der Schaden habe sich in Grenzen gehalten.

Wegen versuchter schwerer Brandstiftung wurde der Aldenhovener verurteilt. Da die Tat aber in direktem Zusammenhang mit seiner Erkrankung stand, erhielt er keine Freiheitsstrafe, sondern wurde in die psychiatrische Klinik eingewiesen. Dort wurde der 37-Jährige nicht im hochgesicherten forensischen Dorf, sondern in der Forensik II behandelt, die sich im offenen Teil der Klinik befindet und weniger gesichert ist. Da der Patient bereits Vollzugslockerungen genoss, hatte er unter anderem die Gelegenheit zur regelmäßigen Sporttherapie.

Vier Patienten seien am Montagnachmittag wie üblich von einer Pflegekraft zum Sport begleitet worden. Der Aldenhovener habe sich auf die Toilette abgemeldet und sei dann nicht mehr in die Turnhalle zurückgekehrt, sagte Katharina Landorff. Die Therapeuten in der Dürener Klinik gingen davon aus, dass sich ihr Patient aber schon bald von sich aus wieder melde, betonte die LVR-Sprecherin: „Er ist ohne Geld unterwegs und wird deshalb wahrscheinlich bald seine Familie aufsuchen, mit der wir derzeit in engem Kontakt stehen.”
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