„Loverboy-Affäre“: Höheres Strafmaß gefordert

Von: lea
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In Valkenburg wurde das 16-jährige Mädchen in einem Hotelzimmer gefunden. Ein Freier war gerade bei ihr. Foto: Archiv

Valkenburg. Die niederländische Staatsanwaltschaft will hart gegen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen vorgehen. Sie fordert eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten für Personen, die gegen Bezahlung Sex mit Jugendlichen haben.

Dies ist einer neuen Richtlinie der Staatsanwaltschaft zu entnehmen, die auch als Reaktion auf die Loverboy-Affäre in Valkenburg aufgestellt wurde.

Das berichtet die niederländische Tageszeitung „Dagblad de Limburger“. Der Staatsanwaltschaft zufolge kommen Besucher einer minderjährigen Prostituierten derzeit oft mit einer geringen Freiheitsstrafe oder einer für die Niederlanden typischen „Arbeitsstrafe“ davon.

Das verschärfte Vorgehen soll potenziellen Kunden deutlich machen, dass das Besuchen von minderjährigen Prostituierten nicht ohne Risiko ist. Es handle sich um eine schwere Straftat, für die ein höheres Strafmaß nötig sei. „Der Kunde sollte sich des Schadens, den er einer Minderjährigen zufügt, bewusst sein“, heißt es in der Richtlinie.

Das Urteil kann schärfer ausfallen, wenn die Tat schwerwiegender ist. Wer Jugendliche dazu bringt, sich auszuziehen, soll mit eine Strafe zwischen einem und sechs Monaten rechnen, hat jemand Sex mit einer Minderjährigen, sollten mindestens sechs Monate gefordert werden. Wiederholte Besuche, weiter führende sexuelle Handlungen, eine Abhängigkeitsbeziehung oder ein besonders gefährdetes Opfer können das Strafmaß weiter erhöhen.

Niederländischen Medien zufolge war die Loverboy-Affäre in Valkenburg ausschlaggebend für diesen Schritt. Die Staatsanwaltschaft will in dieser Angelegenheit im Juli 29 Männer für bezahlten Sex mit einem minderjährigen Mädchen vor Gericht bringen. Zwei Verdächtige nahmen sich in den letzten Monaten das Leben. Rechtsanwälte haben sich bereits öffentlich über die Verfolgung ihrer Klienten und die Forderungen der Gefängnisstrafen beschwert. Familienleben und Karriere würden dadurch zerstört und die Wahrscheinlichkeit weiterer Selbsttötungen erhöhen.

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