Krefeld - Löscharbeiten nach Großbrand in Krefeld dauern an

Löscharbeiten nach Großbrand in Krefeld dauern an

Von: Frank Bretschneider, dapd
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Nach dem Großbrand in einem Krefelder Düngemittel-Lager dauern die Löscharbeiten an. Foto: dpa

Krefeld. In Krefeld hat sich die Lage einen Tag nach dem Großbrand einer Lagerhalle mit Düngemitteln leicht entspannt. Der nach Ausbruch des Feuers auf einer Länge von 40 Kilometern gesperrte Rhein wurde am Mittwoch wieder für die Schifffahrt freigegeben. Auch Schulen und Kindergärten waren nach Angaben der Stadt geöffnet.

Unterdessen ist die Feuerwehr weiter mit zahlreichen Glutnestern beschäftigt. Die Löscharbeiten könnten nach Einschätzung der Behörden bis zu drei weitere Tage in Anspruch nehmen. „Der Dünger kokelt vor sich hin”, sagte ein Sprecher der Stadt.

Die stickstoffhaltigen Düngereste würden durch den Kontakt mit Sauerstoff weiter angefacht. Rund 60 Feuerwehrleute waren am Mittwoch weiter im Einsatz. Die Zahl der verletzten Rettungskräfte erhöhte sich von vier auf sechs. Sie werden stationär in den umliegenden Krankenhäusern behandelt.

In der in Brand geratenen Halle waren etwa 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe für die Düngemittelproduktion gelagert. Die Ursache des Feuers war auch am Mittwoch weiter unklar. Erst wenn die Löscharbeiten beendet sind und die Halle abgekühlt ist, können Sachverständige die Brandstelle in Augenschein nehmen.

In Duisburg bleiben Schulen weiter geschlossen

Autofahrer müssen wegen der andauernden Löscharbeiten noch bis voraussichtlich Donnerstag Verkehrsbehinderungen in Kauf nehmen. So bleibt die Rheinbrücke zwischen Krefeld und Duisburg gesperrt, ebenso in der Anschlusstelle Krefeld-Zentrum der A 57 die Abfahrten Richtung Uerdingen. Damit solle vor allem der LKW-Verkehr von der betroffenen Region fern gehalten werden, teilte Straßen.NRW mit.

Anwohner wurden auch am Mittwoch dazu aufgerufen, die Fenster geschlossen zu halten. Die Rauchwolke war am Mittwoch noch rund 500 Meter breit und zog nördlich nach Duisburg. Krefelds Nachbarstadt will deshalb nach eigener Ankündigung in den Stadtteilen Mündelheim, Rumeln-Kaldenhausen, Friemersheim und Rheinhausen am Donnerstag Schulen und Kindertagesstätten vorsorglich geschlossen lassen. Die Ergebnisse der Schadstoffmessungen seien aber weiter „unbedenklich”.

Die ausgebrannte Lagerhalle am Rheinhafen gehört dem Düngemittelhersteller Compo. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Münster sieht sein Geschäft nach dem Großbrand nicht gefährdet. Die Produktion auf dem Gelände am Rheinhafen sei von dem Feuer nach vorläufiger Einschätzung „nicht betroffen”, sagte ein Firmensprecher.

Insgesamt gibt es laut Compo auf dem Unternehmensgelände acht weitere Lagerhallen, die nach ersten Erkenntnissen nicht von dem Brand und seien Auswirkungen betroffen seien. Die Schadenshöhe sei derzeit noch nicht feststellbar. Compo beschäftigt in Krefeld 190, am Stammsitz in Münster rund 300 Beschäftigte. Weltweit hat die Firma nach eigenen Angaben rund 1.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2010 (neuere Angaben liegen nicht vor) einen Jahresumsatz von 402 Millionen Euro.
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