Lkw-Unfall sorgt für Verkehrschaos am Aachener Kreuz

Von: Marc Heckert
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Verkehrschaos: Nach einem Lkw-Unfall staute es sich nach einer Vollsperrung auf der A4 zwischen Eschweiler und dem Kreuz Aachen. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Eschweiler. Ein in die Leitplanken gefahrener Lastzug hat fast den gesamten Donnerstag über den Verkehr rund ums Aachener Kreuz zum Erliegen gebracht. Auf den Autobahnen A4, 44 und 544 ging stundenlang praktisch nichts mehr. Tausende von Autofahrern standen im Stau, die Blechschlangen reichten bis zu zwölf Kilometer weit. Der Lkw konnte erst kurz vor 18 abtransportiert werden.

Gegen 3.30 Uhr war der Lastzug mit einer Ladung Sojamilch auf der A4 von Köln in Richtung Heerlen unterwegs. Kurz vor dem Autobahnkreuz wollte der 53-jährige Fahrer noch in letzter Sekunde nach links auf die Zufahrt zur Autobahn 544 in Richtung Europaplatz ziehen. Doch offenbar zu spät, das Fahrzeug geriet in die Mittelleitplanke.

„Die Kollision führte dazu, dass der Lkw umkippte und mehrere hundert Liter seiner Flüssigladung verlor“, meldete später am Tag die zuständige Autobahnpolizeibehörde Köln. Auch der Tank des Fahrzeugs wurde aufgeschlitzt, Dieselkraftstoff lief auf die Fahrbahn. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.

Damit war das weitere Szenario vorprogrammiert: Die Autobahn 4 musste in Richtung Aachen ab Eschweiler für fast sechs Stunden voll gesperrt werden. Die mit Feuerwehrkran, Kran-Rüstwagen, Rettungswagen und weiteren Einsatzfahrzeugen angerückte Feuerwehren aus Aachen und Eschweiler verhinderten, dass das Gemisch aus Sojamilch und Diesel in Kanalisation und Erdreich drang.

Sorgen bereitete eine weiterere, zunächst unbekannte ausgelaufene Flüssigkeit. Anhand der Ladungspapiere des Lastwagens stellte sich aber schließlich heraus, dass es sich „um einen branntweinhaltigen Stoff zur Kosmetikherstellung handelte, von dem keine weitere Gefahr ausging“, wie die Aachener Feuerwehr in ihrem Einsatzbericht feststellte.

Während die Bergungs- und Aufräumarbeiten andauerten, entwickelte sich die Verkehrssituation rund ums Aachener Kreuz zum Desaster. „Dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt war im morgendlichen Berufsverkehr quasi lahmgelegt“, sagte eine Polizieisprecherin.

Da die direkte Zufahrt von der A4 von Westen her auf die A544 gesperrt war und so nur die dritte Einzelspur in Richtung Europaplatz übrigblieb, brach der Verkehr praktisch komplett zusammen. Zeitweise erreichten die Staus zwölf Kilometer Länge. Und als wäre es nicht schon schlimm genug, krachte es in den Staus erneut mehrmals - immerhin blieb es auch in diesen Fällen bei Blechschäden.

Wer die heillos verstopften Autobahnen überhaupt verlassen konnte, geriet oft vom Regen in die Traufe: Auch die umliegenden Landstraßen - etwa die Landesstraße 223 über Merzbrück - waren völlig überlastet.

Erst um 9.15 Uhr konnte eine Spur von Westen nach Osten durch das Autobahnkreuz wieder freigegeben werden. Ab 15 Uhr waren zwei Spuren wieder frei.

Doch die Zufahrt nach Würselen und zur Aachener Innenstadt über die A 544 sollte bis zum Abend gesperrt bleiben: Das zunächst hinzugerufene Bergefahrzeug war nach Angaben der Polizei zu klein. Ein Neues wurde angefordert - kurz vor 18 Uhr war das Unglücksfahrzeug endlich von der Straße, der Verkehr floß wieder ungehindert.

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