Letzter Akt im „Baggerballett“ steht kurz bevor

Von: Jörg Abels
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Jeden Tag ein bisschen mehr „weggeknabbert“: In drei Tagen war die 1959 erbaute Brücke über die Eisenbahnhauptstrecke Geschichte. Die Fahrer der Abraumbagger leisteten ganze Arbeit. Foto: Jörg Abels

Düren. Donnerstagmorgen um 10.11 Uhr: Keine 60 Stunden nach Beginn der Abbrucharbeiten kracht der letzte Rest der 1959 erbauten Eisenbahnbrücke der B56 in Düren in die Tiefe. Die Fahrer der bis zu sieben parallel eingesetzten Bagger haben mit ihren hy­draulischen Felsmeißeln und Abbruchscheren ganze Arbeit geleistet.

Der Großteil der 2400 Kubikmeter Stahlbeton, aus denen allein der mehr als 50 Meter lange Überbau der Brücke einmal bestand, müssen nur noch abtransportiert werden, bevor der nächste Akt im „Baggerballett“ beginnen kann: der Abbruch der noch einmal 1200 Kubikmeter umfassenden Widerlager, die dem Neubau noch im Weg stehen.

Bauleiter Christian Kouba von der Abbruchfirma und Projektleiter Ernst Gombert vom Landesbetrieb Straßen.NRW sind erleichtert. Alles läuft wie vorausberechnet. „Alle sind hochmotiviert, damit wir den engen Zeitplan einhalten können“, betont Gombert. „Voraussichtlich wird alles klappen und am Dienstagmorgen können wie geplant kurz vor 4 Uhr wieder die ersten Züge rollen.“

Bis auf die starke Staubentwicklung verliefen die Abbrucharbeiten bislang ohne Probleme. „Wir haben zwar Wasserfontänen eingesetzt, ganz verhindern konnten wir die Staubentwicklung aufgrund der Breite der Baustelle natürlich nicht“, betont Gombert. Auch Kouba ist zufrieden. „Bis auf ein paar Hydraulikschläuche, die wir problemlos wechseln konnten, hatten wir bislang keine Probleme.“ Weil der Zeitplan so eng gestrickt ist, hat die Firma eigens einen Werkstattwagen vor Ort, auch ein Ersatzfahrzeug steht für den Fall der Fälle Gewehr bei Fuß.

Immer wieder verfolgten Schaulustige wie sich das „Baggerballett“ Stück für Stück durch die Brücke fraß. Viele waren erstaunt, wie koordiniert die Fahrer die monoton wummernden Ausleger ihrer Bagger rund um die Uhr tanzen ließen – auf Kosten einiger Anwohner natürlich, die um einen geruhsamen Schlaf gebracht wurden.

Schon am Mittwochmorgen war die Hälfte der Brücke Geschichte, bis Donnerstagmorgen war nur noch ein schmaler Steg übrig. Seit Donnerstagabend geht es den Widerlagern an den Kragen. Ihr Abriss soll Samstag abgeschlossen sein. Parallel haben die Arbeiter bereits damit begonnen, Teile des Gleisbetts wieder herzurichten, bevor Ostermontag – wenn weiter alles nach Plan verläuft – der letzte Akt beginnen kann: die Wiederherstellung der Oberleitung und der Eisenbahninfrastruktur. Um 3.50 Uhr soll die Strecke am Dienstag wieder freigegeben werden.

Die neue Stahlbogenbrücke wird in den kommenden Monaten vor Ort montiert und anschließend über die Gleise geschoben. Im März soll sie freigegeben werden. Dann kann der Verkehr wieder vierspurig über die B56 fließen und die zweispurige Ersatzbrücke kann demontiert werden.

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