Aachen - „Leonardo-Lecture”: Ressourcen und Nachhaltigkeit sind das Thema

„Leonardo-Lecture”: Ressourcen und Nachhaltigkeit sind das Thema

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Fritz Vahrenholt. Foto: ddp

Aachen. Die Welt steht zweifelsohne vor einem Wandel der Energiewirtschaft. Langfristig werden Energieträger wie das Öl durch CO2-ärmere Energieträger wie Wind, Biomasse oder Solar ersetzt. Mehr denn je muss dann darauf geachtet werden, wie entsprechende Ressourcen nachhaltig eingesetzt werden sollen.

Um möglichst viele Ressourcen zu nutzen, ist es letztendlich auch erforderlich, noch nicht bekannten Lösungen jederzeit technologieoffen gegenüberzustehen.

Prof. Fritz Vahrenholt (61), Chef der RWE Innogy, Öko-Tochter des Essener Energie-Giganten, wird im Rahmen der „Leonardo-Lecture” der RWTH Aachen zu diesem Thema am Mittwoch, dem 26. Januar, 19.30 Uhr, im Fo 4 des Kármán-Auditoriums der RWTH, Eilfschornsteinstraße, sprechen. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Dem Vortrag schließt sich eine Diskussion mit dem Publikum an.

Fritz Vahrenholt hat zu seinem Aachener Vortrag den folgenden Text geschrieben.

Was passiert, wenn das konventionelle Öl auf der Welt aufgebraucht ist? Und wann ist dies der Fall? Welcher Energiemix kann fossile Energieträger ablösen? Müssen wir sie vollständig ersetzen? Wie erreichen wir eine nachhaltige, neue Energiebasis, die uns sichere, klimafreundliche Energie liefert und doch wirtschaftlichen Wohlstand ermöglicht? Welche Rollen spielen die erneuerbaren Energien und welche die Kernenergie? Wie müssen Netze und Speichertechnologien ausgebaut werden? Welchen Beitrag liefern Energieeffizienz und Elektromobilität? Vor einem solchen Wandel stand die Energiewirtschaft schon einmal in den 70er Jahren des vorherigen Jahrhunderts.

Auf Basis der damaligen Erkenntnisse prognostizierte Bundeskanzler Helmut Schmidt, dass die Zukunft aus einem Energiemix mit 50 Prozent Kernenergie und 50 Prozent Kohle bestehen würde. Fakt ist heute, dass Kernenergie demnächst voraussichtlich von der Landkarte in Deutschland verschwinden wird und auch die heimische Kohle nach dem Auslaufen der Subventionen in Frage gestellt wird. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie gut heute schon prognostiziert werden kann, wie eine Energie- und Stromversorgung in 2050 aussehen wird.

Dieser Vortrag soll zum einen dafür sensibilisieren, welche Herausforderungen bestehen, Energieträger wie beispielsweise das Öl langfristig durch erneuerbare Technologien wie Wind, Biomasse oder Solar zu ersetzen. Zum anderen soll er helfen zu verdeutlichen, inwieweit eine politische Festlegung auf heute bekannte Technologien für erneuerbare Energien in 2050 in Anbetracht der erheblichen technologischen Unsicherheiten sinnvoll ist.

Wenn wir in Deutschland nicht zeigen können, dass unser zukünftiger Energiemix ohne Wohlstandsverluste möglich ist, wird uns niemand in der Welt folgen.

Das „Projekt Leonardo” - Eine Initiative des Senats mit Max Kerner

Auf Initiative des Senats und seines langjährigen Vorsitzenden Professor Max Kerner wurde an der RWTH Aachen das „Projekt Leonardo” ins Leben gerufen. Der Name des Projekts erinnert an den großen Künstler, Naturforscher und Techniker Leonardo da Vinci, Universalgenie der Renaissance, verweist aber zugleich auf den von dem Philosophen Jürgen Mittelstraß geprägten Begriff der „Leonardo-Welt”. Dieser Begriff charakterisiert unsere Gegenwart als Verbindung von theoretischem Wissen und technischem Können.

In ihrem Zukunftskonzept „RWTH 2020 - Meeting Global Challenges” hat sich die RWTH genau diese Aufgabe gestellt - das Projekt Leonardo versteht sich dabei als ein Baustein. Es bildet auch einen Bestandteil des im Wettbewerb „exzellente Lehre” geförderten Zukunftskonzepts der RWTH Aachen, „Studierende im Zentrum der Exzellenz”.

Ein Element des Projekts Leonardo ist ein jährlich stattfindender öffentlicher Vortrag - eine „Leonardo Lecture”, in der eine herausragende Persönlichkeit eine gesellschaftliche Herausforderung in ihren weiteren Zusammenhängen thematisiert. In diesem Jahr ist das Professor Fritz Vahrenholt, der Chef der RWE Innogy in Essen. Der Chemiker war Hamburger Umweltsenator, wechselte zur Deutschen Shell und war dort für regenerative Energien zuständig. Seit 2008 kümmert er sich um diesen Bereich bei RWE.
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