Herzogenrath - Legionellenbefall in Herzogenrath eingedämmt

Legionellenbefall in Herzogenrath eingedämmt

Von: cs
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Legionellen Schulzentrum
Der extreme Legionellenbefall in den Duschen des Herzogenrather Gymnasiums ist eingedämmt. Foto: Benjamin Jansen

Herzogenrath. Der extreme Legionellenbefall in den Duschen des Herzogenrather Gymnasiums ist eingedämmt. „Die Lage ist nicht mehr so brisant“, sagte Cornelia Konteye, Leiterin der Hygienearbeitsgruppe im Gesundheitsamt der Städteregion. Als „extremer Legionellenbefall“ wird der Nachweis von über 10.000 Legionellen in 100 Milliliter Wasser bezeichnet.

Bereits ab 100 Legionellen in dieser Menge Wasser ist der in der Trinkwasserverordnung vorgesehene Grenzwert überschritten. Die Duschen waren am 10. Juni nach einer Routinekontrolle geschlossen worden. In der Folge wurden sie zwei mal thermisch desinifiziert.

Das heißt, die gesamte Anlage wurde minutenlang mit über 70 Grad heißem Wasser bis hin zu allen Auslaufstellen des Wassers gespült. Nun liegt die Zahl der Legionellen nur noch leicht über dem Grenzwert. In enger Abstimmung von Stadt und Gesundheitsamt der Städteregion werde nun geprüft, ob zur weiteren Desinfektion Chlor durch die Leitungen gepumpt werde. „Doch all diese Maßnahmen schließen langfristige technische Maßnahmen nicht aus“, sagt Konteye.

Erst seit 2004 gilt die Regel für öffentliche Anlagen, dass eine Unterschreitung der Wassertemperatur von 55 Grad nicht zulässig ist. Warmwasseranlagen in älteren Bauten stellen das nicht unbedingt sicher. Die Warmwasseraufbereitung in den Sportanlagen des Herzogenrather Gymnasiums - in den 80er Jahren gebaut - wird nun mit Heizregistern nachgerüstet, die das Wasser automatisch nachheizen, wenn zu geringe Temperaturen gemessen werden. Nach Angaben der Stadt werden die Duschen nicht vor Ende der Herbstferien wieder geöffnet. „Erst wenn keine Gefährdung mehr gegeben ist, werden wir freigeben“, sagt Ragnar Migenda, technischer Beigeordneter der Stadt.

Im gesamten Bereich der Kreise Düren und Heinsberg hat es nach Angaben derer Sprecher in den vergangenen Jahren keine vergleichbaren Fälle von Legionellenbefall in öffentlichen Anlagen gegeben. Für die Städteregion Aachen sagte die Hygieneexpertin, dass etwa fünf bis zehn Prozent der kontrollierten Anlagen über dem Grenzwert liegen und in der Folge Maßnahmen ergriffen werden müssten.

In diesem Jahr sind in der gesamten Region 15 Fälle der Legionärskrankheit gemeldet worden, also der Krankheit, die durch die Legionellen ausgelöst werden. In der Städteregion Aachen sind nach Angaben von Konteye 2012 neun und in diesem Jahr zwölf Fälle gemeldet worden, in denen Menschen an der Legionärskrankheit erkrankten.

Im Kreis Heinsberg sind 2012 laut Pressesprecher Ulrich Hollwitz drei Fälle gemeldet worden, in diesem Jahr bislang einer. Es seien Einzelfälle, sagt Hollwitz. „Einer hat sich das im Urlaub geholt, ein anderer bei einem Aufenthalt in Großbritannien.“ Mehr Fälle habe es nicht gegeben in den Vorjahren. Vergleichbar sieht die Situation im Kreis Düren aus. Drei Fälle zählt Pressesprecher Josef Kreutzer im Jahr 2012, im laufenden Jahr sind es zwei Fälle. „Die Fälle waren alle zeitlich und örtlich unabhängig voneinander“, sagt Kreutzer. Auch er betont: „Das sind Einzelfälle.“

Die tatsächliche Zahl der an Legionellen Erkrankten dürfte allerdings deutlich höher liegen. Das Robert-Koch-Institut in Berlin betont, dass „die übermittelten Fallzahlen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Erkrankungen“ repräsentieren, da viele Infekte, die durch Legionellen ausgelöst wurden, nicht als solche erkannt würden. Experten gehen bundesweit von bis zu 30.000 Fällen aus. Zum Vergleich: 2011 wurden 639 Fälle der Legionärskrankheit gemeldet.

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