Legionellen: Die Suche nach der Quelle geht weiter

Von: Volker Uerlings
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Kraftwerk Weisweiler
Das RWE-Kohlekraftwerk Weisweiler. Nach dem Fund von hohen Legionellenkonzentrationen im Kühlwasser wurde ein Block vorsorglich abgeschaltet. Foto: Guido Jansen

Jülich. Die Quelle des Jülicher Legionellenausbruchs bleibt weiterhin unklar. Bislang konnten in keiner der zahlreichen Umweltproben Erreger des Serotyps 5 nachgewiesen werden, die in den nunmehr 36 bestätigten Legionellose-Fällen gefunden worden waren.

Das teilte am Donnerstagnachmittag der Kreis Düren mit. Das Ergebnis „ist nicht abschließend“, da die Auswertung noch etliche Tage dauern werde.

Einen positiven Legionellen-Befund hat es in einem Rückkühlwerk des Forschungszentrums Jülich (FZJ), in einem Kühlblock des Kraftwerks Weisweiler und am Mittwoch auch in einer Kühlanlage des Jülicher Unternehmens Enrichment Technology gegeben, das sich gleich neben dem FZJ befindet. Der Hersteller von Gaszen-trifugen zur Urananreicherung teilte am Donnerstag mit, dass die Rückkühlwerke in Jülich zuletzt Ende Juli kontrolliert worden seien. Die Anlage wurde sofort abgeschaltet.

Vorläufige Ergebnisse sprechen „hier gegen die Anwesenheit von Legionellen der Serogruppe 5“, schreibt das Kreisgesundheitsamt Düren weiter. Auch das ist noch keine gesicherte Erkenntnis. Die Wiederinbetriebnahme aller Rückkühlwerke mit Legionellennachweis finde erst statt, wenn eine „erfolgte Sanierung“ belegt werden kann.

Ein Speziallabor in Dresden ist mit der Analyse von rund 100 Umweltproben seit Wochen beschäftigt. Diese Arbeit ist sehr aufwändig und könne sich mit Pech noch „über Wochen ziehen“, sagte Norbert Schnitzler, Leiter des Kreisgesundheitsamtes Düren, unserer Zeitung. Inzwischen wurde der genetische Code des bei den Patienten gefundenen Erregers „geknackt“. Das ist ein wichtiger Zwischenschritt.

Die untersuchten Gewässer in der Region - Inde, Rur, Ellebach und Jülicher Schwanenteich - zeigen laut Kreis Düren keine Belastung mit Legionellen.

Der letzte bekannte Erkrankungsbeginn einer Legionellenbedingten Lungenentzündung ist der 24. September. Bei einer maximalen Inkubationszeit von 20 Tagen, kann sich dieser Patient zwischen dem 4. und 22. September infiziert haben. Nach Informationen unserer Zeitung wurde die Krankheit bei 24 Frauen und 12 Männern nachgewiesen, die überwiegend in Jülich leben oder sich regelmäßig in der Stadt aufhalten.

Jetzt können die Gesundheitskontrolleure nur abwarten, ob es neue Erkrankungen gibt und was die weiteren Analysen in Dresden ergeben. Der Kreis Düren: „Auch wenn weitere Fälle nicht sicher auszuschließen sind, besteht insgesamt zur Zeit kein Anhalt für ein Fortbestehen des Ausbruchs, zumindest nicht für eine hohe Aktivität.“

Das Gesundheitsamt in Düren überwacht die Situation in Kooperation mit den Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten. Die Empfehlung der Behörde: „Patienten sollten bei Zeichen einer Legionellenbedingten Lungenentzündung (allgemeines Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, unproduktiver Reizhusten, wobei es innerhalb weniger Stunden zu Schmerzen im Brustkorb, Schüttelfrost, Temperaturanstieg auf 39 Grad bis 40,5 Grad) sofort einen Arzt aufzusuchen. Bei einer adäquaten und rechtzeitigen Behandlung sind Infektionen mit Legionellen sehr gut heilbar.“ 

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