FuPa Freisteller Logo

Legendärer Konzertveranstalter Hubert Geulen ist gestorben

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
11592990.jpg
Von Heini Mercks bis Udo Jürgens: Hubert Geulens Saaltheater im Aachener Stadtteil Eilendorf war dank seines anachronistischen familiären Charakters weit über die Region hinaus bekannt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Was er anpackte, verbreitete sich immer schnell. Auch darin blieb er sich im Tode treu. In Windeseile löste die schlechte Nachricht am Montag in Aachen und darüber hinaus Betroffenheit aus: Hubert Geulen, Aachens legendärer Konzertveranstalter, ist am Sonntagmittag im Alter von 83 Jahren – im wahrsten Sinne des Wortes – aus heiterem Himmel gestorben.

Draußen in der Sonne, vor seiner Garage, in den Armen von Ehefrau Inge, mit der er 52 Jahre lang verheiratet war. Der bis zuletzt lebensfrohe Grandseigneur des Showbusiness starb unter verblüffend ähnlichen Umständen wie sein Weggefährte und Freund Udo Jürgens, um den er im Dezember 2014 noch arg getrauert hatte: an Herzinfarkt, von jetzt auf gleich, mitten im Gespräch, unter freiem Himmel auf der Straße.

Mit Hubert Geulen verliert die Region eine schillernde Persönlichkeit, einen großartigen Unternehmer und charismatischen Tausendsassa. Ein Mann, der sich treu blieb und über Jahrzehnte hinweg „den Jeulen“, wie der Volksmund sagte, zu einer Marke formte. Sein Saaltheater mit Tanzcafé und Gaststätte entwickelte sich zwischen 1952 und 2007 zur Drehscheibe von Kultur, Show und Volkstum jeder Art.

Von-Coels-Straße 181a, Aachen-Eilendorf, Germany, so lautete der Eintrag in den Adressbüchern ungezählter Stars. Udo Jürgens schwärmte von „meinem Wohnzimmer“. Ob Heinz Erhardt, Harry Belafonte, Ingrid Steeger oder Josef, Jupp und Jüppchen, ob Peter Alexander, Charles Aznavour oder Heini Mercks: Sie alle schnalzten mit der Zunge, wenn sie nach ihren Auftritten Familie Geulens Rinderroulade mit Bratkartoffeln bekamen – und damit das Gefühl eines Zuhauses im Tourneeplan anonymer Kongress- und Messehallen.

Geulen verkörperte Zeitgeschichte, in Aachen sowieso, aber auch darüber hinaus. Sein Leben steht für die Wandlung der Unterhaltungswelt von Margot Eskens oder Caterina Valente, die mit Kabelmikrofonen sangen, bis zu Udo Lindenberg, der mit sechs Lastwagen halb Eilendorf zuparkte.

Doch mehr noch als die Stars aus aller Welt hatte Geulen die Menschen der Region im Visier – und sowieso alle Gäste, die im bunten Karussell seiner Veranstaltungen mitfuhren. Karneval, Vereine und Betriebe hatten im verschachtelten Saaltheater über Jahrzehnte hinweg eine Heimat gefunden.

Das schrullige, charmante Etablissement war ein Forum für Geschichten des Lebens, für Glamour und Kreisliga, für Applaus und Pfiffe, für tiefsinnige Gespräche und Klatsch und Tratsch. Und immer mittendrin: Hubert Geulen, wie ein Zampano des Lebens, jederzeit lachbereit, aber ohne den Konflikt zu scheuen, er war schlitzohrig, liebenswürdig, geschäftstüchtig und eloquent. 2011 erhielt er dafür gemeinsam mit seiner Inge den Mullefluppet-Preis der Aachener Zeitung.

In den letzten Jahren ließ es der ehedem Unermüdliche langsam auslaufen, ohne seine Branche aus den Augen zu verlieren. Mit zunehmender Begeisterung nahm er die Bergruhe seines Ferienhauses auf der Riederalp in der Schweiz in Anspruch.

Viele Menschen trauern jetzt um ihn, um Hubert Geulen, um einen bemerkenswerten Charakter, den das öffentliche Leben der Region verloren hat.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert