„Leben mit Krebs“ und „EMR“: Rettende Ideen ausgezeichnet

Von: Sabine Rother
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Preisträger des Preises der Medizinischen Gesellschaft: Andrea Petermann-Meyer, Jens Panse (oben links) vom ECCA und (von rechts) Professor Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Notarzt Niklas Lenssen und Stephan Beckers, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Stadt Aachen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Rettende Ideen – unter diesem Motto lassen sich die beiden Träger des Preises der Medizinischen Gesellschaft Aachen für Wissenstransfer zusammenführen. Zum dritten Mal wurde die Auszeichnung im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung im Uniklinikum verliehen.

Preisträger sind das grenzüberschreitende „EMuRgency“-Projekt (EMR für Euregio Maas-Rhein), an dem sich unter anderem die Rettungsdienste und die Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik Aachen beteiligen, sowie die Veranstaltungsreihe „Leben mit Krebs“, eine Initiative des ECCA (Euregionales comprehensive Cancer Center Aachen) am Uniklinikum. „Beide Projekte wenden sich an die Menschen und ihr tägliches Leben“, betont Professor Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie. „Das ist eine wichtige Anerkennung für uns alle.“

Für Andrea Petermann-Meyer, Psychoonkologin im ECCA, sowie Jens Panse, Medizinischer Leiter des ECCA, die mit großem Engagement „Leben mit Krebs“ aufgebaut haben, ist der von den Stiftern des Preises erwünschte „Wissenstransfer“ ein Kernbegriff. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, Menschen mit Krebs, ihren Freunden und Familien Mut zu machen, sich dem Thema zu stellen, mitzudenken und neue Kräfte zu entwickeln, um mit einer Situation fertig zu werden, die einen verzweifeln lässt. „Menschen sollen sich trotz ihrer schweren Erkrankung nicht mehr als hilflose Opfer fühlen, sondern neue Kompetenz entwickeln“, betont die Onkologin. Auch 2016 gibt es eine neue Reihe mit sechs Vorträgen. Start ist am 16. Februar, 16.30 Uhr, im Hörsaal 1 des Uniklinikums mit dem Thema „Neues aus der Onkologie – auch für mich?“, das Professor Tim Brümmendorf, Direktor der Klinik für Onkologie, erläutert.

Während die Aktiven der Onkologie den Wissenstransfer in Räumen der Uniklinik praktizieren, geht „EMuRgency“ hinaus in die Schulen, in Betriebe, überall dorthin, wo möglichst viele Menschen lernen wollen, was man als Laie bei einem Herzstillstand tun kann, um das Leben eines Betroffenen zu retten. „Wir haben inzwischen rund 11 000 Schüler im Alter zwischen zehn und 18 Jahren darin geschult, im Ernstfall die Herzdruckmassage zu leisten, die den Betroffenen so lange am Leben erhält, bis der Rettungsdienst eintrifft“, berichtet Notarzt Niklas Lenssen. „Wir haben zuletzt auch 300 Ordner des ALRV geschult“, berichtet Lenssen. „Gerade bei Großveranstaltungen kann eine Menge passieren.“

Häufig denken die Teilnehmer, dass sie bei einem Atemstillstand zur Mund-zu-Mund-Beatmung verpflichtet sind. „Das ist nicht so“, betont Stephan Beckers, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Stadt Aachen. „Betroffene haben Restluft in der Lunge, die die Organe versorgt. Dann sollte zügig die Herzdruckmassage einsetzen.“ Bereits zum Projektstart 2011 war Beckers dabei. „Wir arbeiten zusätzlich an einem Euregio-weiten Benachrichtigungssystem, mit dem Ersthelfer erfasst und informiert werden können“, berichtet er. Partner der RWTH beziehungsweise des Klinikums ist auch die Universität Maastricht.

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