Düsseldorf/Aachen - Laschet will NRW-CDU rasch zu starker Opposition machen

Laschet will NRW-CDU rasch zu starker Opposition machen

Von: dpa
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Der designierte Parteivorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU, Armin Laschet (links), und der Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann vor der Parteizentrale in Düsseldorf. Die CDU-Spitze in Nordrhein-Westfalen hat sich für den früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet als künftigen Landesvorsitzenden ausgesprochen. Er soll Nachfolger des scheidenden Landesvorsitzenden Röttgen werden.

Düsseldorf/Aachen. Die nach dem Wahldebakel der CDU in Nordrhein-Westfalen installierte Doppelspitze mit Armin Laschet als Parteichef und Karl-Josef Laumann als Fraktionsvorsitzendem muss in der eigenen Partei noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Laschet rief seine Partei auf, nicht in Lethargie zu verfallen.

Das Modell könne funktionieren, wenn Laschet und Laumann sich vertrügen, glaubt Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (CDU). „Es kann klappen. Mehr sage ich dazu nicht”, zitiert ihn die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”. Der CDU-Wirtschaftsexperte Jens Petersen, der bei der Wahl sein Mandat verloren hatte, sagte dem Blatt: „Die Doppelspitze ist eine Übergangslösung, mehr nicht.”

Der aus Aachen stammende Laschet (51) war am Donnerstag vom Landesvorstand als Nachfolger von Norbert Röttgen als Vorsitzender der NRW-CDU nominiert worden. Karl-Josef Laumann (54) soll auch weiter die Fraktionsführung übernehmen. In der Landespartei muss die Doppelspitze noch Vorbehalte überwinden.

Die Entscheidung für diese Arbeitsteilung ist Laschet zufolge nicht leicht gewesen: „Die Modelle mit Doppelspitzen sind doch fast alle schiefgegangen. Es gibt ganz wenige erfolgreiche Beispiele, wo das funktioniert hat”, sagte er im WDR-Hörfunk. Nach langen, auch sehr persönlichen Gesprächen seien Laumann und er aber zu dem Ergebnis gekommen, dass sie sich das zutrauten.

Der Parteinachwuchs verlangt weitreichende Reaktionen auf das Wahldebakel. „Die CDU braucht neben der Verjüngung des Vorstandes eine ausführliche Wahlanalyse unter breiter Beteiligung der CDU-Mitglieder, eine Analyse der Parteistrukturen sowie ein NRW-Grundsatzprogramm, in dem wir unsere Ziele für die Zukunft formulieren„, forderte der Landesvorsitzende der Jungen Union, Sven Volmering, am Sonntag.

Die nordrhein-westfälische CDU hatte bei der Landtagswahl am 13. Mai mit 26,3 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis erzielt. Spitzenkandidat Norbert Röttgen trat umgehend als Landesvorsitzender zurück. Drei Tage später entließ ihn Merkel als Bundesumweltminister. Röttgen denkt nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers” (Samstag) aber an eine erneute Kandidatur als stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender beim Parteitag im Herbst. „Er hat das Amt noch nicht aufgegeben”, zitierte die Zeitung führende Parteikreise.

Der aus Nordrhein-Westfalen kommende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), hält Röttgens Wiederwahl dem Bericht zufolge für möglich. Polenz, der unter Merkel kurzzeitig CDU-Generalsekretär war, forderte die CDU auf, Röttgen nicht fallenzulassen: „Wir sind gut beraten, fähige Politiker so einzusetzen, dass sie ihre Fähigkeiten entfalten können.”

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