Land muss über 15.000 Euro nach Grillunfall zahlen

Von: dpa
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Bonn. Nach dem Grillunfall eines Beamten muss auch das Land für die finanziellen Folgen aufkommen. Das Landgericht Bonn entschied am Freitag, dass der Dienstherr eines Gefängniswärters, der beim Grillen schwer verletzt wurde, die Hälfte von Gehaltsfortzahlung und Beihilfen tragen muss - 15.600 Euro. Die andere Hälfte trägt allerdings der Unfallverursacher.

Im vergangenen Sommer war der 39-jährige JVA-Beamte bei einem Freund in Königswinter zum Grillen eingeladen - rein privat. Während der Freund ins Haus ging und Spiritus holte, hatte der Beamte bereits angefangen, mit Papierkügelchen die Kohlen anzufeuern.

Obwohl der 39- Jährige vor dem Grill hantierte, goss der Freund unbedacht den Spiritus in die Kohlen. Es gab eine Verpuffung, die Spiritusflasche explodierte, und der JVA-Beamte stand in Flammen. Mit schweren Verletzungen, vor allem am Arm und am Brustkorb, wurde er in eine Spezialklinik geflogen.

Acht Monate lang war der Beamte krank geschrieben, die Kosten für Gehaltsfortzahlung und die Beihilfe beliefen sich am Ende auf 31 000 Euro. Deshalb verklagte das Land NRW den Freund des JVA-Beamten. Das Gericht entschied nun: Beide Männer waren schuld. Deshalb muss der Freund die eine Hälfte der Kosten tragen, und der Dienstherr des JVA- Beamten - also das Land NRW - die andere Hälfte. Nach Auffassung des Gerichts hätte der JVA-Beamte nicht die Papierkügelchen in die Kohlen werfen sollen. Beide sind übrigens immer noch Freunde.

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