Köln - „Lambertz Monday Night“: Glamour von Hollywood bis Würselen

„Lambertz Monday Night“: Glamour von Hollywood bis Würselen

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
9394728.jpg
Riecher für Naschkatzen: Die Stars des Abends – die italienische Schauspielerin Ornella Muti und ihr französischer Kollege Gérard Depardieu – lieferten bei der „Lambertz Monday Night“ wahre Lippenbekenntnisse ab. Foto: dpa

Köln. Per Privatjet zur Party? Pardon, da kann auch ein Weltstar vom Format eines Gérard Depardieu nicht widerstehen. Knapp 1000 geladene Gäste und mindestens so viele Smartphones richten sich auf den Obelix-Darsteller aus dem Film „Asterix“. Der französische Koloss ist als Überraschungsgast eigens zur „Lambertz Monday Night“ aus Südfrankreich eingeflogen.

Eine Einladung von Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker gilt selbst unter A-Prominenten und Superreichen als gesellschaftlicher Ritterschlag. Motto des Abends: „French Legends“. Das passt. Depardieu – mit Wasser statt Wein in der Hand und Ornella Muti im Arm – lächelt auf dem Laufsteg im Alten Wartesaal unter dem Kölner Hauptbahnhof bestens gelaunt in jede Kamera. Blitzlichtgewitter, tosender Applaus.

Dann klettert „Lethal Weapon“-Star Danny Glover auf die Bühne – und Chris de Burgh stimmt spontan „Pretty Woman“ an. Alles live. Da ist nicht nur der Gastgeber, sondern auch die schillernde Gästeschar selig. Und natürlich ein Dutzend TV-Sender, die am Folgetag viel nackte Haut, Haute Couture und kuriose Promi-Interviews in diversen Boulevard-Magazinen senden können. „Essen Sie eigentlich Schokolade?“ ist die meist gestellte Frage an zig Models, die zuvor gertenschlank mit Lambertz-Naschereien veredelte Mini-Kleidchen auf dem Catwalk zeigten. Alle antworten ganz natürlich: „Natürlich!“

Hier schließt sich ein Kreis. Obwohl die „Lambertz Monday Night“ mit ihrer sogenannten „Schoko-Music-Dance-Fashion“- Show seit Jahren perfekte Promotion zur gleichzeitig am Rhein stattfindenden Süßwarenmesse ist, spricht niemand aus, was alle denken. Schon gar nicht am Mikrofon. Lambertz-Inhaber Bühlbecker beamt die 327 Jahre alte Traditionsmarke „Henry Lambertz“ mit Lichtgeschwindigkeit ins nächste Jahrtausend. Das transportiert die Show. 55 Minuten lang werfen halbnackte Tänzerinnen und Tänzer Hüften und Dekolletés zu Elektrobeats ins Rampenlicht. Dann posieren Schönheiten in Roben, die französischen Legenden von Jeanne d‘Arc bis Coco Chanel gewidmet sind. Es wird hoch professionell und lasziv getanzt, natürlich live gesungen und reichlich Tempo gemacht. Wer die Choreographie „zum Anbeißen“ findet, meint meist weder Pralinen noch Printen. So verkauft man eine Marke. Das hat nichts mit bravem Schokomantel-Aufmarsch zu tun, sondern eher mit einer Loveparade, die sich ins Pariser Crazy Horse verirrt hat. Laut, verrückt, magnetisch anziehend – und konzipiert von dem in Würselen aufgewachsenen Starfotografen Marco Cormann.

Zu Bühlbecker strömen (fast) alle: Kölns OB Jürgen Roters und Politiker wie Wolfgang Kubicki, aus der Wirtschaft Aufsichtsräte und Vorstände von Kaufland bis Karstadt, Schauspieler wie Ralf Möller und Jenny Elvers, Musiker von Scooters H.P. Baxxter bis Helmut Zerlett, Sportler von der Aachener Dressurreiterin und Olympiasiegerin Nadine Capellmann bis zu Trainer-Legende Otto Rehhagel und selbstverständlich superschlanke Models, Models, Models. Besonders blond: Ex-Miss World Rosanna Davison, Tochter von Chris de Burgh. „Wir sind stolz, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind“, dankt Bühlbecker galant. Er verkörpert den kosmopolitischen Gastgeber perfekt – bis in den Morgen. Da wartet der Flieger aufs Jetset. Und Obelix düst heim.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert