Lahmes Internet in der Region bremst die Wirtschaft aus

Von: Wilfried Goebels
Letzte Aktualisierung:
Lahmes Internet langsam
Im Schneckentempo: Während die Ballungsräume in NRW gut an die schnelle Datenautobahn angeschlossen sind, hakt es auf dem Land. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Aachen/Düren. Die schlechte Versorgung der Wirtschaft mit schnellem Internet wird für Regionen abseits der Ballungszentren in NRW zunehmend zur Bedrohung. Nach einer aktuellen Liste des Wirtschaftsministeriums sind Großräume wie Köln, Düsseldorf und das Ruhrgebiet gut an die Datenautobahn angeschlossen.

Dagegen sind mehr als zwei Drittel des Mittelstandes im Sauer-/Siegerland, Ostwestfalen, Münsterland, Aachener Umland und im Bergischen Land vom schnellen Internet abgeschnitten. CDU-Wirtschaftsexperte Hendrik Wüst forderte deshalb, die Randregionen beim Ausbau vorrangig zu berücksichtigen.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) lobt die im Ländervergleich hohe Breitbandausbaurate von 71 Prozent in NRW. Dagegen seien in Bayern nur 62 Prozent ans schnelle Netz angeschlossen. Leistungsstarke Anschlüsse sind für die Übertragung von technischen Zeichnungen, die zeitgleiche Bearbeitung von Dokumenten an verschiedenen Standorten und für Videokonferenzen oft unverzichtbar.

Die Fraunhofer-Gesellschaft beziffert das Wachstumspotenzial durch eine flächendeckende Versorgung auf 1,7 Prozent. CDU und FDP in NRW betonten, dass der leistungsstarke Mittelstand in NRW auch in ländlichen Regionen sitze. „Wir brauchen eine Digitaloffensive“, forderte FDP-Experte Ralpf Bombis. Wüst verlangte mehr Fördergelder zum Aufbau von Funkstrecken.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft warnte vor einer „klaffenden Investitionslücke“ beim Breitbandausbau. Der sei das Fundament für eine neue Gründerkultur junger Unternehmer gelegt werden. Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) will die ländlichen Regionen bis 2020 mit 60 Millionen Euro unterstützen.

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