Aachen - Längere Verträge für Wissenschaftler?

Längere Verträge für Wissenschaftler?

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Studenten rwth aachen
Das Thema Befristungen beschäftigt auch die RWTH Aachen schon eine ganze Weile. Foto: dpa

Aachen. 84 Prozent der rund 160.000 Nachwuchswissenschaftler an deutschen Hochschulen haben Zeitverträge unterschrieben. Auch ein großer Teil der 30.000 Mitarbeiter an Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer-Instituten arbeitet befristet.

Das geht aus einem Bildungsbericht hervor, den Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) zum Anlass nimmt, gegen die „miserablen Arbeitsbedingungen“ der Nachwuchswissenschaftler vorzugehen. Deswegen verhandeln die Koalitionsfraktionen von Union und SPD in Berlin bereits über eine Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetz.

An der RWTH Aachen wird diese Nachricht wohlwollend zur Kenntnis genommen. Das Thema Befristungen beschäftigt die Hochschule schon eine ganze Weile. Bereits 2011 wurde ein Beschluss des Rektorats gefasst, nachdem Verträge mit Wissenschaftlern mindestens ein Jahr gelten sollen. Nach Angaben der Hochschule umfassen aktuell 70 Prozent der geschlossenen Verträge dieses eine Jahr.

Die restlichen 30 Prozent, so erläutert Pressesprecherin Renate Kinny, seien notwendige Ausnahmen, etwa wenn Forschungsprojekte etwas länger dauern, als die angedachte Zeit. Ebenso sei es die Regel, dass Verträge bei Doktorarbeiten über die gesamte Dauer der Promotion geschlossen werden.

Wanka hatte in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ berichtet, dass an deutschen Hochschulen bisweilen Verträge über wenige Wochen geschlossen werden würden. Eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetz soll zumindest für längere Fristen in allen Fällen einstehen.

Rückendeckung dürfte Wanka dabei von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) erfahren, die mit ihrem Hochschulzukunftsgesetz ebenfalls für Entfristungen von Arbeitsstellen an den Hochschulen eintritt. „Im Wissenschaftsbereich wird man nicht ohne Befristung auskommen, aber derzeit werden die Befristungen eher kürzer als länger. Das bedeutet eine enorme Unsicherheit für die Wissenschaftler“, hatte Schulze im Interview mit unserer Zeitung erklärt.

Als Reaktion auf das neue Landesgesetz hatten die NRW-Hochschulen im Dezember die Dortmunder Erklärung aufgesetzt, in der sie sich Leitlinien für den Arbeitsplatz Hochschule geben wollen. 

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