Labyrinth-Eingang total niedergebrannt

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Vom Eingangshaus zum Labyrinth
Vom Eingangshaus zum Labyrinth am Dreiländereck sind nach dem Brand in der Nacht zum Sonntag nur noch die Grundmauern stehen geblieben. Besitzer Ger Driessen beziffert den entstandenen Sachschaden auf rund 500 000 Euro. Foto: Leah Hautermans

Vaals/Aachen. Der kleine Junge ist traurig: „Dann war die ganze Fahrt umsonst.” Der aus Buchenhecken bestehende Irrgarten in Vaals, nach eigenen Angaben einer der größten Europas, ist seit Sonntag geschlossen. So wie der Fünfjährige und seine Eltern liefen viele junge Familien am Dreiländerpunkt vor verschlossene Türen.

Das Eingangsgebäude des Labyrinths, in dem neben der Kasse, der kompletten Logistik und Administration auch eine Filiale des Fremdenverkehrsvereins mit entsprechender Computerausstattung und ein Andenkenladen untergebracht waren, ist nämlich in der Nacht zum Sonntag bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Wie durch ein Wunder ist die waldreiche Umgebung rund um die Hauptattraktion der höchsten Erhebung des europäischen Teils der Niederlande weitgehend verschont geblieben.

Als die Feuerwehren aus Vaals und den umliegenden Ortschaften kurz vor 1 Uhr am Ort des Geschehens eintrafen, stand das etwa 100 Quadratmeter große Gebäude schon lichterloh in Flammen. Die Wehrmänner beschränkten sich darauf, ein Übergreifen des Feuers auf die benachbarte Gaststätte und den Wald zu verhindern. Besitzer Ger Driessen: „Glücklicherweise stehen dort Laubbäume, die nicht so trocken sind wie Fichten oder Tannen.” So stark war die Hitzeentwicklung, dass die Stahlträger, die das Dach hielten, nun durchhängen und die Plastikrollos geschmolzen sind.

Der eigentliche Irrgarten ist weitgehend verschont geblieben, nur einige Buchenhecken sind angekokelt.

Als Ursache des Großfeuers kann Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Driessen: „Das Feuer ist im Magazin entstanden, und dort befinden sich keine Elektroinstallationen.” Folglich geht Driessen „mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit” von Brandstiftung aus. Zumal Probleme mit Vandalismus und Sachbeschädigungen am Dreiländereck keine Seltenheit seien. „Damit haben wir viel Ärger hier oben”, berichtet Driessen. Der aktuelle Fall aber, übertreffe alles bisher dagewesene: „Das ist schrecklich.”

Am Montag war Driessen damit beschäftigt, im Gespräch mit Versicherungen, Sachverständigen und Handwerkern den Wiederaufbau in die Wege zu leiten. Er lässt den Kopf nicht hängen, aber ein Neubau des Eingangshauses sei wohl vor Sommer 2012 nicht zu realisieren. Öffnen möchte er das Labyrinth allerdings bereits wieder in den Weihnachtsferien. „Bis dahin”, hofft er, „werde ich wohl ein Provisorium mit Containern errichten können.”

Den Sachschaden beziffert Ger Driessen auf etwa 500.000 Euro. Der größte Verlust ist für ihn aber die Zerstörung historische Postkarten des Drielandenpunts, teilweise mehr als 100 Jahre alt: „Alles andere kann man ersetzen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert