Aachen - Kunstsegen für Köln: Irene Ludwig schenkt 530 Werke

Kunstsegen für Köln: Irene Ludwig schenkt 530 Werke

Von: dpa
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Irene Ludwig
Die im November gestorbene Kunstsammlerin Irene Ludwig hat ihrer Heimatstadt 47 Kunstwerke vermacht. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die im November gestorbene Kunstsammlerin Irene Ludwig hat die Stadt Köln mit spektakulären Schenkungen überrascht. Aus dem Nachlass gehen 528 Werke an die Kölner Museen, teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Zu den „sensationellen” Schenkungen gehört eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen russischer Avantgarde. Ihrer Heimatstadt Aachen schenkte Irene Ludwig 47 Kunstwerke. Alle Schenkungen sind schon jetzt Dauerleihgaben in den Museen.

Die Sammlung russischer Avantgarde mit rund 470 Werken - Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien - sei von unschätzbarem Wert, sagte der Direktor des Museum Ludwig, Kasper König. „Diese großzügige Schenkung aus dem Legat von Irene Ludwig hat unsere Hoffnungen bei weitem übertroffen”, stellte er in einer Mitteilung fest.

Die Sammlung ist eine der weltweit bedeutendsten und umfangreichsten im Bereich der russischen Avantgarde. Peter und Irene Ludwig hatte die Werke gezielt für das Museum Ludwig gekauft, die als Dauerleihgaben integriert wurden. Die große Schenkung sei ein Zeichen des Vertrauens und der Verbundenheit, aber auch Verpflichtung zur Pflege, Aufarbeitung und Präsentation, sagte die Kuratoriums-Vorsitzende der Ludwig-Stiftung, Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Zu den weiteren Highlights der Schenkung gehören 26 Werke aus der Ausstellung „Von Matisse bis Morimura” im Jahr 2000 im Museum Ludwig. Darunter sind Arbeiten der klassischen Moderne und der Pop Art von Edgar Degas, Paul Klee, Henri Matisse, Robert Rauschenberg und Jasper Johns. Die Ludwigs hatten Köln schon immer reich bedacht und die Stadt hatte sich revanchiert: Mit umfangreichen Schenkungen hatte Peter Ludwig die Stadt zweimal motiviert, neue Museen zu bauen.

Mit den rund 600 Kunstwerken für Aachen und Köln verschenkt Irene Ludwig nach ihrem Tod rund zehn Prozent der Sammlung mit zuletzt 6500 Kunstwerken. Insgesamt hätte die Sammlung aus 13 000 Werken bestanden. Aber das Ehepaar habe über die Jahre die Hälfte verschenkt, sagte der Geschäftsführer der Ludwig-Stiftung, Walter Queins. Irene Ludwig verfasste ihr Testament per Hand und hat sich wohl gut überlegt, was sie ihrer Stadt an Werten und Verpflichtungen aufbürden kann.

„In dem Nachlass für Aachen sind sehr wichtige Kunstwerke, vor allem Gemälde”, sagte der Direktor des Aachener Suermondt-Ludwig-Museums, Peter van den Brink. Eines davon sei die „Anbetung der Heiligen drei Könige”, ein Hauptwerk der Kölner Malerei. Das Aachener Ludwig Forum für Internationale Kunst wurde nicht bedacht. Hauptschenkungen habe es schon in früheren Jahren gegeben, betonte die Stadt.

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