Kunstfälscher-Prozess um Sammlung Jägers beginnt im September

Von: dpa
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Köln. Der Kunstfälscher-Prozess um die angebliche „Sammlung Jägers” und „Sammlung Knops” beginnt am 1. September am Landgericht Köln. Das sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage.

Angeklagt sind vier mutmaßliche Kunstbetrüger. Sie sollen jahrelang gefälschte Gemälde der Klassischen Moderne, unter anderem von Max Pechstein, Max Ernst, Fernand Léger und Heinrich Campendonk in den Kunstmarkt geschleust und einen Millionenschaden verursacht haben. Die Affäre gilt als der größte Kunstfälschungsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte.

40 Verhandlungstage, 168 Zeugen

Für den Prozess sind 40 Verhandlungstage bis Anfang März 2012 angesetzt. 168 Zeugen wurden vorgeladen, darunter renommierte Sachverständige wie der Max Ernst-Experte Werner Spies. Auch der Inhaber des Kölner Kunstauktionshauses Lempertz, Henrik Hanstein, sowie der Direktor des Kunstmuseums Ahlen, Burkhard Leismann, sollen aussagen. Geladen sind zudem zehn Sachverständige.

Quelle der Fälschungen ist eine angebliche Sammlung des 1992 gestorbenen Kölner Unternehmers Werner Jägers. Angeklagt sind dessen Enkeltochter, ihr Ehemann sowie ihre Schwester. Zudem kamen laut Staatsanwaltschaft gefälschte Bilder aus der ebenfalls fingierten „Sammlung Wilhelm Knops” in den Kunstmarkt. Angeklagt ist auch der Enkel des 1957 gestorbenen Knops. Der Anklage liegen zunächst 14 Fälle zugrunde. In 33 Fällen wird noch ermittelt.

Der größte Coup gelang der Bande mit der Fälschung des Gemäldes „Rotes Bild mit Pferden” des rheinischen Expressionisten Heinrich Campendonk. 2006 wurde es für den Rekordpreis von 2,4 Millionen Euro bei Lempertz versteigert.

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