Kriminalität in niederländischer Grenzregion nimmt zu

Von: lea
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Einer Kriminalstatistik zufolge sind die grenznahen Städte wie Maastricht und Heerlen ein unsicheres Pflaster. Symbolfoto: dpa

Maastricht. In einer Kriminalstatistik wird ein besorgniserregender Trend im Süden der Niederlande deutlich: Maastricht und Heerlen gehören demnach zu den unsichersten Gemeinden in den Niederlanden. Anträge auf eine Aufstockung der Polizeikräfte wurden abgelehnt.

In Amsterdam ist die Zahl der Straftaten zwar im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, trotzdem bleibt es bei weitem die unsicherste Stadt der Niederlande. In Maastricht jedoch stieg die Kriminalitätsrate im vergangenen Jahr. Dörfer und Städte in Limburg und Brabant schnitten auf der Liste der unsicheren Gemeinden schlechter ab als der Rest der Niederlande, es gibt dort im Durchschnitt also mehr Kriminalität als in anderen Provinzen. In Maastricht werden jedoch immerhin sieben von zehn Fällen aufgeklärt.

Es ist sicherlich nicht nur der Drogenhandel in der Region, sondern auch andere Straftaten, die den Süden so schlecht abschneiden lassen. Laut der Statistik sind aus den 25 Gemeinden mit der größten Chance auf einen Raubüberfall zwölf in Limburg und Brabant. Der Trend ist ebenfalls in Delikten wie Autodiebstählen und Einbrüchen zu finden: Der Süden des Landes ist stets an der Spitze der Statistik vertreten.

Bereits am 1. April sandte der Maastrichter Gemeinderat einen Notruf an die Zweite Kammer des Parlaments und bat um mehr Polizeikapazitäten. Doch in Den Haag kümmerte man sich wenig um die Notlage in der grenznahen Stadt. Dies mag daran liegen, dass die süd-limburgischen Städte stets allein ihre Anliegen vorbringen - eine Zusammenarbeit der Städte könnte helfen, die Dringlichkeit der Situation vor der Zweiten Kammer deutlich zu machen. Schon 2005 stellte man fest, dass die Region Kriminelle anzieht, da es dort zu wenige Polizisten gibt. Die Regierung unternahm jedoch nichts.

Ein Einbruch oder Diebstahl in Maastricht, Sittard-Geleen oder Heerlen bietet den Tätern die Möglichkeit, den Raub in Belgien zu verkaufen und dann nach Deutschland zu fliehen. Diese Grenzlage lockt gerade das organisierte Verbrechen an, eine sehr besorgniserregende Situation.

Um diesen grenzüberschreitenden Bewegungen entgegen zu wirken, schaffte die belgische Polizei Kameras zur Kennzeichenerkennung an, um das Verkehrsverhalten von verdächtigen Personen aufzuzeichnen. Eine dieser Kameras wurde jedoch kurze Zeit später umgefahren, der niederländischen Polizei zufolge vermutlich durch Bandenmitglieder.

Die Nachfolgerin des Maastrichter Bürgermeisters Onno Hoes, Annemarie Penn-te Strake, plädiert nun dafür, gemeinsam mit Sittard-Geleen und Heerlen die Problematik anzugehen. Gemeinsam hätten sie vor der Zweiten Kammer eine Chance.
 

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