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Kriminalität in der Städteregion: Durchwachsenes Jahr aus Sicht der Polizei

Von: René Benden
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Besonders Diebe sorgen für gestiegene Zahlen bei der Kriminalität. Symbolbild: Colourbox
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Die Kriminalitätsstatistik 2015 in der Städteregion Aachen. Foto: ZVA

Aachen. Die Bilanz für das Jahr 2015 ist aus Sicht des Polizeipräsidenten Dirk Weinspach durchwachsen ausgefallen: Zwar verzeichnet die Polizei in der Städteregion Aachen überall dort Erfolge, wo sie sich Schwerpunkte setzt. Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass die Gesamtkriminalität im Jahr 2015 um gut fünf Prozent gewachsen ist.

Ein positives Beispiel gibt es bei der Rockerkriminalität: Nach 21 vollstreckten Haftbefehlen sitzen maßgebliche Akteure der Szene im Gefängnis und warten auf ihre Prozesse. Für die gestiegene Gesamtkriminalität sind besonders Diebstahlsdelikte verantwortlich. Kopfschmerzen bereiten den Ermittlern insbesondere Autodiebstähle.

Die ohnehin schon schlechten Zahlen aus dem Jahr 2014 haben sich 2015 noch einmal deutlich verfinstert. 1016 Delikte zählte die Polizei insgesamt. Das entspricht einem Anstieg um 33 Prozent im Jahresvergleich. Vor allem Aachen und Herzogenrath sind aufgrund ihrer Grenznähe zu den Niederlanden betroffen.

„Da sind professionelle Banden am Werk, die dazu in der Lage sind, ein gestohlenes Auto innerhalb von drei Stunden komplett zu zerlegen“, sagte Weinspach am Dienstag bei der Vorstellung der Jahresstatistik. Oft handelt es sich um Auftragsdiebstähle. Ganz oben auf der Liste stehen Fahrzeuge von BMW (1er, 3er, X5, X6) sowie Volkswagen (Golf und Transporter). Die Ermittlungen sind schwierig, nicht zuletzt, weil auch die Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei bisweilen hakt. Grund dafür ist laut Weinspach die unterschiedliche rechtliche Organisation der deutschen und niederländischen Behörden. „Wir sind aber im Dialog, um das zu verbessern.“ Gleichzeitig forderte er die Autofahrer dazu auf, die Fahrzeuge besser zu sichern.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche stagniert auf hohem Niveau. Gleichzeitig hat die Polizei ihre Ermittlungserfolge aber deutlich verbessert. Außerdem betonte Weinspach, dass inzwischen rund 40 Prozent aller Einbrüche im Versuchsstadium endeten würden. „Grund dafür ist, dass die Menschen in die Einbruchsicherheit ihrer Häuser investiert haben.“

Deutlich zufriedener ist die Polizei bei der Entwicklung der Gewaltkriminalität. Zwar ist auch hier die absolute Zahl der Straftaten leicht gestiegen, was vor allem an Raubdelikten liegt. Im Vergleich der zurückliegenden zehn Jahre ist 2015 aber immer noch das zweitbeste Jahr. „Gerade was gefährliche Körperverletzungen auf Straßen anbelangt, haben wir eine gute Tendenz“, sagt Weinspach. Um 12,1 Prozent sei gefährliche Körperverletzung im öffentlichen Raum zurückgegangen. Die Einsatzschwerpunkte, die die Polizei in diesem für die Bürger besonders sensiblen Bereich gesetzt habe, seien erfolgreich gewesen, so Weinspach.

Besonderes Augenmerk hat die Polizei in jüngerer Vergangenheit dem so genannten Antanzen gewidmet. Beim Antanzen wird das Opfer meist abgelenkt, um es auszurauben. „Wir haben festgestellt, dass wir es bei dieser speziellen Art der Kriminalität überproportional oft mit Tätern aus Nordafrika zu tun haben“, sagte Weinspach. Mit Einsatzschwerpunkten vor allem in der Aachener Innenstadt sei es aber gelungen, die Delikte deutlich zu senken.

Mit Blick auf das Jahr 2015 betonte Weinspach noch einmal, dass die Aufnahme von rund 7000 Flüchtlingen in der Städteregion Aachen nicht dazu geführt habe, dass die Kriminalität angewachsen sei. „Wir stellen fest, dass die Menschen, die im vergangenen Jahr hierher geflohen sind, nicht mehr und nicht weniger kriminell sind, als der normale Städteregionsbürger“, sagte Weinspach. In den insgesamt 72 Einrichtungen, in denen Flüchtlinge untergebracht seien, habe man es in der regel mit Bagatelldelikten zu tun. In den vergangenen Wochen seien aber auch diese Fallzahlen gesunken.

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