Kostenlose Vorverteilung von Jodtabletten endet am Mittwoch

Von: Madeleine Gullert
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Gut versorgt: Ab dem 1. September konnten Bürger aus der Region, die einen Antrag gestellt haben, ihre Jodtabletten in Apotheken in ihrer Nähe abholen. Foto: dpa

Aachen. Zwei Tage noch können Bürger in unserer Region Jodtabletten kostenlos bei den Kommunen beantragen. Aus Angst vor dem umstrittenen belgischen Atommeiler Tihange 2 hatten die Kommunen in der Region beim Land NRW die direkte Verteilung der Tabletten an die Menschen durchgesetzt.

Die Nachfrage ist da. In unserer Region wurden haben insgesamt 41.870 Haushalte einen Berechtigungsschein für die Jodtabletten beantragt, wie eine Umfrage unserer Zeitung bei den Kommunen ergab. Rund 600.000 Menschen in unserer Region hätten Anrecht auf die Jodtabletten.

Beinahe 14.000 Haushalte in der Stadt Aachen haben bis kurz vor Fristablauf am Mittwoch Jodtabletten bei der Stadt beantragt. Das gab die Stadt am Montag auf Anfrage unserer Zeitung bekannt. In der Städteregion Aachen wurden 11.035 Bezugsscheine beantragt. Vermutlich entspricht das 26.000 Menschen, wie die Pressestelle der Städteregion mitteilte. Im Kreis Düren wurden laut Stadt 10.090 Bezugsscheine beantragt. So können demnach 24.286 Menschen mit den Jodtabletten versorgt werden. Im Kreis Heinsberg waren es bis Montagmittag 6745 Anträge für insgesamt 16.585 Personen.

Bis einschließlich Mittwoch können Bewohner der Städteregion Aachen, der Stadt Aachen, der Kreise Düren, Heinsberg und auch des Kreises Euskirchen die kostenfreien Jodtabletten bei den zuständigen Behörden online beantragen.

Üblicherweise werden Jodtabletten zentral gelagert. Damit soll verhindert werden, dass die Tabletten zu früh eingenommen oder verlegt werden. Allerdings hatten Politiker in der Region erhebliche Zweifel daran, dass die Tabletten im Fall eines nuklearen Unfalls in dem Meiler, der wegen Tausender Wasserstoffflocken im Reaktordruckbehälter in der Kritik steht, rechtzeitig verteilt werden können.

Berechtigt sind Menschen, die 45 Jahre und jünger sind, Schwangere und Mütter, die stillen. Die hoch dosierten Jodtabletten sollen verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt und somit im Ernstfall vor Schilddrüsenkrebs schützen.

Häufig wird moniert, dass Erwachsene ab 46 Jahren die Jodtabletten nicht erhalten. Das hat medizinische Gründe und ist keine Altersdiskriminierung. Das Risiko schwerer Nebenwirkungen in Folge der Tabletteneinnahme ist bei älteren Menschen in der Regel höher als das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Sie sind daher von der Vorverteilung ausgeschlossen.

Laut der Aachener Sektion der „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ können sich Menschen über 45 Jahren auf Kosten der Krankenkasse aber beim Hausarzt untersuchen lassen. Wenn die Schilddrüse nicht beeinträchtigt ist, können auch Menschen ab 46 Jahren Jodtabletten im Ernstfall einnehmen. Jodtabletten sind für wenige Euro in jeder Apotheke erhältlich.

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