Aachen/Düren - Kooperation von MVA und RWE Power wird beendet

Kooperation von MVA und RWE Power wird beendet

Von: Marlon Gego und Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Die Müllverbrennungsanlage (MVA) Weisweiler wird ihre seit 1997 bestehende Kooperation mit RWE Power beenden.

Aachen/Düren. Ein Zeitungsbericht und eine Sitzung haben ausgereicht, um eine fünf Jahre dauernde Verhandlung erfolglos zu beenden. Die Müllverbrennungsanlage (MVA) Weisweiler wird ihre seit 1997 bestehende Kooperation mit RWE Power beenden.

Das haben am Mittwoch die politischen Vertreter der Miteigentümer der MVA entschieden, also Kreis Düren, Stadt und Städteregion Aachen. Stattdessen wird eine Kooperation mit den Aachener Stadtwerken (Stawag) angestrebt. Die Verträge sollen spätestens im Herbst unterschriftsreif sein, die Kooperation soll Mitte 2017 beginnen.

Vergangene Woche hatte unsere Zeitung über die Eckdaten für eine mögliche Kooperation zwischen MVA und Stawag berichtet, am Montag konkretisierte der Aufsichtsrat der Stawag diese Daten und machte der MVA ein Angebot. Das reichte, um die MVA-Eigentümer umzustimmen, die sich noch vergangene Woche für eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit RWE Power ausgesprochen hatten – obwohl ihnen die Absichtserklärung der Stawag nach Informationen unserer Zeitung schon länger vorlag.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärte am Mittwoch jedenfalls, er sei „von RWE Power enttäuscht“: über deren Art der Verhandlungsführung ebenso wie über die Verhandlungsergebnisse.

Die Kooperation mit der Stawag würde aus der Müllverbrennungsanlage ein Müllheizkraftwerk machen. Von Weisweiler aus könnte ab 2020 Fernwärme nach Aachen fließen, die Stawag ist bereit, dafür sieben Millionen Euro pro Jahr auszugeben, mit einer garantierten Vertragslaufzeit von mindestens 20 Jahren. Dieser Aspekt sei es, sagte am Mittwoch Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU), der den Weiterbetrieb der MVA aus wirtschaftlicher Sicht überhaupt erst ermögliche.

RWE Power hat mit seinem Personal und der Turbine des Kraftwerks Weisweiler die MVA technisch betrieben. Diesen Betrieb will die MVA KG ab Mitte 2017 nun selbst übernehmen, auch wenn das Investitionen erfordert, die sich nach derzeitigem Stand auf 38,5 Millionen Euro belaufen, sagte am Mittwoch MVA-KG-Geschäftsführer Ulrich Koch. Das unternehmerische Risiko liege zur Hälfte bei der Stawag und zur Hälfte bei den Eigentümern der MVA.

Auch wenn sich am Mittwoch die CDU-Vertreter für die Ablehnung des RWE-Angebots feierten, darf nicht vergessen werden, „dass die Grünen es waren, die seit 2010 für eine Beendigung der Zusammenarbeit mit RWE Power gekämpft“ und dafür immer wieder Kritik von CDU und SPD über sich ergehen lassen mussten, wie Helmut Ludwig (Grüne Aachen) am Mittwoch feststellte.

In der Tat hatte es lange so ausgesehen, als würde der Eigenbetrieb der MVA von Philipp, Etschenberg und Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (alle CDU) eher halbherzig geprüft. Eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit RWE schien obligatorisch.

Doch davon war am Mittwoch keine Rede mehr. Etschenberg betonte, „eine Gebührensenkung“ für die Bürger in der Region sei „stets oberste Zielsetzung“ gewesen.

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