Konträre Gutachten im Westbahnhof-Prozess

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ganz anders als im ersten Prozess gegen den Diplominformatiker Thomas F. aus Meschede hörte sich am Montag im Revisionsverfahren vor dem Aachener Landgericht das Persönlichkeitsgutachten an.

Die psychiatrische Sachverständige Dr. Annette Rauch (Aachen) sprach von einer in der Persönlichkeit des Mordangeklagten begründeten „affektiven Überfordertheit” des Mannes bei der Tat.

Er sei von der Situation auf dem Bahnsteig am Aachener Westbahnhof in einen Affekt „hineingerissen” worden. Der 35-Jährige habe im Zustand verminderter Schuldfähigkeit die Freundin seiner Lebensgefährtin unter den einfahrenden Regionalzug gestoßen, so Rauch.

Damit stellte sich die Gutachterin nicht hinter ihre ärztliche Kollegin aus dem ersten Mordprozess vor etwa einem Jahr. Damals hatte die Sachverständige eine verminderte Schuldfähigkeit des Täters verneint. Im Moment der Tat sei er zwar erregt gewesen, aber eben nicht so, dass eine Bewusstseinstrübung vorgelegen habe.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Diewald machte am Montag bei der Befragung keinen Hehl daraus, dass er die Tendenz des Gutachtens nicht teile. Das war im ersten Mordprozess genau so - nur mit umgekehrten Vorzeichen. Am Dienstag wird in dem Fall plädiert.

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