Köln - Komplettes Stadtquartier ausgegraben: Neues Museum für Köln

Komplettes Stadtquartier ausgegraben: Neues Museum für Köln

Von: dapd-nrw
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köln archäologische Zone ausgrabung
Zu den herausragenden Funden in der Kölner archäologischen Zone zählten das komplette jüdische Stadtquartier mit der ältesten Synagoge nördlich der Alpen und einer Mikwe. Neben dem Viertel aus Mauerresten, Ruinen und schmalen Gassen waren die Wissenschaftler auch auf einen römischen Statthalterpalast aus dem 4. Jahrhundert gestoßen. Foto: dapd

Köln. Fünf Jahre nach Beginn der europaweit bedeutenden Ausgrabungen in Köln soll noch im Herbst der Bau des Jüdischen Museums beginnen. „Wir machen gerade das Baufeld frei, und dann können die Bohrpfähle gesetzt werden”, sagt Projektleiter Sven Schütte.

Inzwischen seien zwei Drittel des Areals mitsamt jüdischem Stadtviertel und römischem Statthalterpalast freigelegt. Mehr als 250.000 Fundstücke seien zutage getreten.

Bis Ende 2015 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und spätestens Anfang 2016 in dem geplanten Ausstellungsgebäude mit integriertem Jüdischem Museum präsentiert werden. Der Grundstein für das Museum solle voraussichtlich noch im Herbst gelegt werden. Die Arbeiten in der sogenannten Archäologischen Zone laufen seit August 2007.

Zu den herausragenden Funden zählt Schütte das komplette jüdische Stadtquartier mit der ältesten Synagoge nördlich der Alpen und einer Mikwe. Neben dem Viertel aus Mauerresten, Ruinen und schmalen Gassen waren die Wissenschaftler auch auf einen römischen Statthalterpalast aus dem 4. Jahrhundert gestoßen. Die jüdische Gemeinde in Köln gilt als die älteste nördlich der Alpen und war laut Schütte bereits um 320 bedeutend.

„Wir haben hier die gesamte Infrastruktur des Viertels: Die Männersynagoge, die Frauensynagoge, die Mikwe, das Hospital, das Fest- und Tanzhaus, die Bäckerei, das Warmbad und die ganzen Wohnhäuser”, sagte Schütte. Bei vergleichbaren Ausgrabungen wie in Prag und Amsterdam werde nicht soviel gefunden und die Quartiere seien weitaus jünger.

Das neue Museumsgebäude, das als Überbau für die bereits bestehende Ausgrabungsstätte dient und eine reine Ausstellungsfläche von 7500 Quadratmetern erhält, kostet rund 52 Millionen Euro. Davon trägt die Stadt 37,5 Millionen Euro, den Rest übernimmt das Land.
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