Kommunalwahl-Tendenzen: Neun rechte Sitze, 29 linke

Von: chm/cs/jn
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Aachen/Düren/Heinsberg. Bei der Kommunalwahl lassen sich einige Tendenzen und Ausreißer nach oben und unten in unserer Region beobachten.

Ein Überblick:

Gewinner: Eindeutig die freien Wählergemeinschaften, die es teilweise aus dem Stand zu zweistelligen Wahlergebnissen gebracht haben. Spitzenreiter: W.I.R. in Titz mit 26 Prozent - erstmals angetreten, auf Anhieb vor der SPD (19,5 Prozent). Zweistellige Wahlergebnisse erreichten auch die Bürgerlisten in Jülich (20,5 ), Roetgen (20,5), Linnich (17,2), Wür- selen (15,4), Nideggen (15,3), Merzenich (15,1) und Gangelt (11,0).

Verlierer: Zweistellige Verluste fährt die CDU an sieben Orten ein: Merzenich, Roetgen, Nörvenich, Titz, Wegberg, Geilenkirchen und Nideggen. Aus Nideggen werden die eklatantesten Verluste mit minus 23,3 Prozent gemeldet - erklärbar durch die ständigen Auseinandersetzungen um den ehemaligen CDU-Bürgermeister Willi Hönscheid und den Schlingerkurs der Partei bei der Kandidatenfindung. Die SPD verliert nur in Übach-Palenberg mit 10,1 Prozent zweistellig.

Ganz links: Die Linke hat es in der Region in 18 kommunale Parlamente geschafft und 29 Sitze errungen. Jeweils drei und damit die meisten gibt es im Aachener Stadtrat, in Herzogenrath und im Städteregionstag. Das höchste Ergebnis erhielt die Partei mit 5,0 Prozent in Hürtgenwald.

Ganz rechts: Für die rechtsextremen Parteien gibt es in Stadt und Städteregion Aachen sowie in den Kreisen Heinsberg und Düren insgesamt einen Sitz weniger. Sie sind in acht Gemeinden, Städten und Kreisen mit neun Sitzen vertreten. Den Neueinzug hat je ein NPD-Kandidat in den Kreistag Düren und in den Hückelhovener Stadtrat geschafft. Einen Sitz verlor die NPD in Stolberg (1), einen die Reps in Alsdorf (2). In Erkelenz büßten die Republikaner ihren Sitz ein, dafür errang die NPD einen. In Düren und im Kreistag Heinsberg bleibt es bei einem Sitz für die Partei. Im Städteregionstag sind die Republikaner mit einem Abgeordneten vertreten, einer weniger als zuvor im Kreis Aachen.

Blick ins Rheinland

In Monheim, einer 44.000-Einwohner-Stadt, setzte sich der 27-jährige Doktorand Daniel Zimmermann von der Jugendpartei Peto („Ich fordere”) mit 30,4 Prozent als Bürgermeister durch.

In Köln erreichten die Grünen mit 21,7 Prozent erneut ihr landesweit bestes Großstadtergebnis - nur knapp hinter SPD und CDU. In der Innenstadt ließen sie andere mit 34,7 Prozent sogar weit hinter sich. Neuer Bürgermeister ist Jürgen Roters. Der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen erhielt 54,67 Prozent. Peter Kurth, CDU, erhielt 33,26 Prozent.

In Bonn stellt die SPD weiter den Oberbürgermeister. Jürgen Nimptsch tritt die Nachfolge der populären Bärbel Dieckmann an, die nicht wieder kandidiert hat.

Im Rhein-Sieg-Kreis im Schatten der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn liegt die FDP-Hochburg: In der Gemeinde Eitdorf erzielten die Liberalen einen Stimmenanteil von 42 Prozent und verdrängten die CDU als Platzhirsch.

Im Kreis Euskirchen wurde mit 42,8 Prozent Landrat Günter Rosenke (58) im Amt bestätigt. Dem Triumph war ein zäher Wahlkampf vorausgegangen: Nachdem seine Partei ihn nach 15 Jahren nicht wieder als Spitzenkandidaten antreten lassen wollte, war er aus der CDU ausgetreten und unabhängig gestartet.
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