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Kommentiert: Stichprobe ist zu wenig

Ein Kommentar von Madeleine Gullert

Region. Lehrer kontrollieren die Hausaufgaben ihrer Schüler täglich. Doch wer kontrolliert eigentlich die Schulen?

Ministerium und Bezirksregierung jedenfalls nicht, wenn es um die Umsetzung der beschlossenen Verbesserungen für das „Turbo-Abitur“ geht. Aber ob blindes Vertrauen da reicht, ist fraglich. Und auch die angekündigte Stichprobenerhebung des Unterrichtsausfall ist nicht zielführend. Natürlich ist das Vorhaben, den Unterrichtsausfall zu erfassen, richtig – eine Stichprobe reicht aber schlichtweg nicht aus.

Seit Jahren gibt es Ärger um ausgefallene Unterrichtsstunden – nicht nur in NRW, sondern bundesweit. Während das Land von 1,7 Prozent Unterrichtsausfall an Gymnasien spricht, geht die Landeselternschaft von 6,4 Prozent aus. Nirgendwo in Deutschland stimmen die Zahlen der Ministerien mit denen der Elternverbände überein. Das liegt daran, dass jeder seine eigene Statistik mit eigenen Kriterien erstellt.

Sinnvoller als eine neue Stichprobe wäre eine seit Jahren von vielen Seiten geforderte digitale Erfassung der ausgefallenen Schulstunden. Das dürfte in einer Zeit, in der auch Stundenpläne am Computer erstellt werden, keine Herausforderung mehr sein. Ein Drittel der Schulen in NRW verfügt sogar schon über eine geeignete Software. Diese Möglichkeit will aber offensichtlich keiner nutzen.

Wenn es verlässliche Zahlen gibt, muss das Ministerium mit mehr Personal gegensteuern. Das fordern Gewerkschaften und Verbänden schon lange. Zurecht. Denn um die großen Herausforderungen Inklusion und Integration zu meistern, werden mehr Lehrer und Pädagogen an den Schulen benötigt.

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