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Kommentiert: Prinzip Hoffnung

Ein Kommentar von Patrick Nowicki

Vieles ist Hoffnung, auf die der RWE-Konzern setzt. Der immer noch größte Arbeitgeber zwischen Köln und Aachen beschwört steigende Strompreise auf dem Großhandelsmarkt.

Zugleich sieht man in Essener und Kölner Zentrale ein, dass der Markt alleine nicht helfen kann. Es soll ein Kapazitätsmarkt her, der Konzerne vergütet, wenn sie einen Kraftwerkspark für den Fall der Fälle bereithalten. Dieses Mantra beten die Verantwortlichen der Braunkohlesparte schon seit Jahren herunter – und wurden bisher immer enttäuscht.

Der in Berlin nun zu beschließende Energiemarkt 2.0 sieht eine solchen Markt in jedem Fall nicht vor, spricht allerdings von einer Sicherheitsbereitschaft. Am Donnerstag verband der Chef der RWE-Braunkohlesparte, Matthias Hartung, den Wunsch nach einem Kapazitätsmarkt mit den Bundestagswahlen. Diese Idee konnte sich schon in einer Großen Koalition nicht durchsetzen, welche Konstellation soll denn die Chancen in Berlin verbessern?

Der große Retter des Energieriesen könnte in der Tat die RWE Innogy sein, die neue Aktiengesellschaft, die noch in diesem Jahr aufs Börsenparkett kommt und vor allem Geld bringen soll. Mit Netz, Vertrieb und regenerativen Energieformen lässt sich noch Profit machen, dies weckt Fantasien von Investoren. Allerdings könnte der Zeitpunkt ein falscher sein: Das aktuelle wirtschaftliche Klima nach dem Brexit schreckt Geldgeber eher ab. Ein enttäuschender Börsenstart wäre nicht überraschend.

Doch welche Alternative bleibt RWE? Der Konzern muss jede Karte spielen, die ihm Zeit bringt. Dies werden auch die immer noch über 8500 Beschäftigten im Rheinischen Revier zu spüren bekommen. Die Gewerkschaften sprechen von deutlichen Einbußen, die RWE Generation angekündigt hat. Mitte Juni haben die Verhandlungen begonnen, sie sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Man muss in dem Zusammenhang den Verantwortlichen zugute halten, dass der Konzern nicht zerschlagen wird. Dies wird die RWE-Beschäftigten aber alleine kaum zufrieden stellen.

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