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Kommentiert: Bieber oder das Spiel mit dem Feuer

Ein Kommentar von Amien Idries

Ein Festival ist nicht einfach eine Ansammlung von mehreren Konzerten, die zufällig auf demselben Areal stattfinden. Festivals transportieren ein Lebensgefühl. Das kann man daran sehen, dass sich Horden von Menschen den Termin für ihr Lieblingsfestival markieren und mit umfangreicher Campingausstattung zum Ring, zum Hurricane oder eben zum Pinkpop pilgern.

Die Frage, ob Band X oder Künstler Y dort auftreten, ist da zunächst mal sekundär. Allerdings nur, so lange der Markenkern nicht nachhaltig beschädigt wird. Das gilt für das Pinkpop vielleicht noch mehr als für die meisten anderen Happenings, weil das traditionsreiche Festival stets von seinem familiären Independent-Ruf gezehrt hat.

Nun kann man die Zwänge der Macher verstehen, im vollen Festivalkalender die drei, vier großen Namen zu präsentieren, die beim Publikum ziehen, um möglichst früh Planungssicherheit zu haben. Wie schwierig dieser Balanceakt ist, erkennt man am Engagement von Lionel Richie, der den Pinkpopmachern 2016 als Paketlösung mit Paul McCartney aufs Auge gedrückt wurde.

Die Reaktion von Teilen des Publikums war gelinde gesagt zurückhaltend. Gut möglich, dass Jan Smeets es mit Justin Bieber nun überreizt hat. Wer seit Jahren zum Pinkpop geht, wird sich schwer damit anfreunden können, sein Festival nun mit kreischenden Teenies teilen zu müssen. Wer sein Lebensgefühl bedroht sieht, kann sehr nachtragend sein.

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