„Komaschläger” zu Schmerzensgeld verurteilt

Von: dpa
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Köln. Im „Komaschläger”-Prozess muss ein Kölner seinem Opfer gut 110.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Das entschied das Kölner Landgericht am Donnerstag und verwies darauf, dass das 47- jährige Opfer lebenslang an den Folgen seiner Hirnschädigung leiden werde (Az:29 O 4/09). Im Februar 2007 war es zu Karneval zwischen dem damals 44-Jährigen und dem Täter zu einem Streit gekommen, der mit einem Schlag gegen den Kopf des Opfers endete. Der Mann fiel so unglücklich, dass er schwerste Kopfverletzungen und ein Schädel-Hirn- Trauma erlitt und mehrere Wochen lang im Koma lag.

In einem ersten Prozess vor einem Kölner Jugendrichter war der zur Tatzeit 17-Jährige lediglich mit einer Schuldfeststellung davongekommen. In zweiter Instanz verurteilte ihn eine Kölner Jugendstrafkammer zu 21 Monaten Jugendstrafe auf Bewährung. Das Opfer klagte auf Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Die Richter verwiesen auf ein medizinisches Gutachten, wonach sich der gesundheitliche Zustand des Schwerverletzten sogar noch weiter verschlechtert habe. Hinzu kämen hohe Kosten für die vielen Krankenhausaufenthalte und eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit. Im Juni 2007 hatte der Mann nach Erwachen aus dem Koma einen epileptischen Anfall, zudem leidet er unter einer psychomotorischen Verlangsamung, Antriebsminderung, unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Sprachstörungen.

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