Brüssel/Eupen - König Albert II. zum letzten Mal auf Stippvisite

König Albert II. zum letzten Mal auf Stippvisite

Von: Udo Kals und Helmut Hetzel
Letzte Aktualisierung:
König Albert II.
König Albert II. und seine Gattin Paola in Brüssel. Foto: dpa
König Albert
Muss noch nicht zum Gericht: Belgiens König Albert, hier beim Nationalfeiertag im Juli 2012. Foto: dpa

Brüssel/Eupen. Auch ohne die Ankündigung des belgischen Königs vom Mittwochabend, am 21. Juli abdanken zu wollen, wäre der Besuch von Albert II. samt seiner Gattin Paola am 18. Juli eine Riesensache für Eupen gewesen. Natürlich. Schließlich besuchen die Royals aus Brüssel nicht alle Tage die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG).

Auch wenn, wie deren Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz betont, Albert und Paola in 20 Jahren nun bereits zum vierten Mal zu Besuch kommen werden. „Das ist schon sehr viel.“

Doch nun wird der eigentlich zum 20. Thronjubiläum geplante Jubelbesuch zugleich auch eine Abschiedsvisite. „Das hat jetzt eine ganz neue emotionale Dimension“, sagt Lambertz, der betont, dass sowohl Albert als auch dessen Vorgänger Baudouin in der DG sehr beliebt seien.

Und er bedankt sich bei dem nun scheidenden König für dessen Einsatz für die Belange der Ostbelgier. „Er hat immer eine überproportionale Aufmerksamkeit der DG gewidmet, immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche und Forderungen gehabt“, sagt der Ministerpräsident und fügt an: „Dass der König einen ganzen Passus seiner Rede am Mittwochabend auf Deutsch gehalten hat, war eine wichtige Symbolik. Wir sind zwar der kleinste Teil des Landes, doch er nimmt sich Zeit für uns.“ Lambertz ist sich sicher, dass sich dies unter Philippe nicht ändern wird. „Er hat uns mit seiner Gattin Mathilde schon so oft besucht, wir haben uns bereits häufig getroffen. Viel besser kann die Beziehung nicht werden.“

Eine Mammutaufgabe

Er sei sich seiner Verantwortung „sehr bewusst“, sagte der 53 Jahre alte Prinz am Donnerstag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Ankündigung seines Vaters. „Ich werde mich weiterhin mit ganzem Herzen engagieren.“

Das muss er wohl auch. Schließlich steht er vor einer Mammutaufgabe: Als neuer König der Belgier muss er das tief gespaltene Land einen, das im Sprachenstreit zwischen französischsprachigen Wallonen und Niederländisch sprechenden Flamen auseinanderdriftet. Dabei muss der ewige Kronprinz seine neue Rolle noch finden.

Albert II. selbst hatte in seiner Rede den Anstoß für weitere Diskussionen gegeben, als er sagte, das Königtum müsse „sich weiter mit der Zeit fortentwickeln“. Auf die Frage, ob der oft steif wirkende Philippe ein guter König werden wird, hat zumindest Premier Elio Di Rupo eine zuversichtliche Antwort zur Hand. „Prinz Philippe ist sehr gut vorbereitet, um König zu werden. Er wird ein König sein, der sich seinem Volk widmet“, sagte er am Donnerstag vor dem Parlament.

Während sich (fast) das ganze Land auf den Thronwechsel am belgischen Nationalfeiertag vorbereitet und in Brüssel die Planungen für eben jenen 21. Juli auf Hochtouren laufen, denken die Eupener zunächst an den 18. Juli. Neben dem Sitz des Ministerpräsidenten wird das Königspaar an dem Donnerstagmorgen zwischen 11 und 13 Uhr auch das Ministerium der DG in der Eupener City besuchen. Zwischendurch werden die Menschen Gelegenheit haben, einen letzten Blick auf Albert und Paola als Königspaar zu werfen. „Ich hoffe, dass sich viele Menschen verabschieden wollen. Und ich lade auch alle Deutschen nach Eupen ein“, sagt Lambertz. Das gilt auch für den Antrittsbesuch von Philippe. Und der, da ist er sich ganz sicher, lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.

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