Kölns neuer Polizeipräsident hat kein Verständnis für Hooligans

Von: Christian Schwerdtfeger
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Kölns neuer Polizeipräsident, Uwe Jacob, möchte keine Gewalttäter in Stadien. Foto: dpa

Köln. Zum Start in die neue Saison der Fußball-Bundesliga und mit Blick auf das Hochsicherheitsspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Sonntag hat sich Kölns neuer Polizeipräsident Uwe Jacob für härtere Strafen für Gewalttäter in Fußballstadien ausgesprochen.

„Der 1. FC Köln und der DFB haben gegen rund 200 Krawallmacher Stadionverbote verhängt. Das begrüße ich sehr. Allerdings gelten die Stadionverbote nur temporär. Bei besonders schweren Straftaten könnte ich mir auch ein lebenslanges Stadionverbot für diese Gewalttäter vorstellen“, sagte Jacob unserer Redaktion. „Denn diese Täter haben nichts im Stadion verloren“, so Jacob.

Auch die Vereine spielten in dem Zusammenhang eine wichtige Rolle, da solche Gewalttäter dem Ansehen des Fußballs langfristig schaden würden. Das gelte für die gesamten Ligen, betonte der Polizeipräsident, der zuvor Leiter des Landeskriminalamts (LKA) in Düsseldorf war. „Es sind ja nicht nur die Ultras und Hooligans, die im Stadion für Stimmung sorgen, sondern insbesondere die vielen friedlichen und begeisterten Fans“, sagte er.

Die Polizei Köln arbeite konstruktiv mit allen Fußballklubs in Köln und Leverkusen zusammen. „Ich freue mich insbesondere auf die Dialoge mit den Vorständen des 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen.“ Auch mit Blick auf die nächste Kölner Silvesternacht sieht Jacob die Kölner Polizei bestens gerüstet. „Ich wünsche mir, dass wir in diesem Jahr friedlich Silvester feiern können“, so Jacob.

Leider sei auch im vergangenen Jahr wieder zu sehen gewesen, dass das ohne massiven Einsatz der Polizei nicht gehe. Er hoffe jedoch, dass sich das konsequente Einschreiten der Kölner Polizei in der Szene herumgesprochen hat. „Wer versucht, zum aggressiven Feiern nach Köln zu kommen, läuft Gefahr, die Silvesternacht in unserem Gewahrsam zu verbringen“, stellte Jacob unmissverständlich klar.

Neben der Silvester-Problematik hat Köln auch ein großes Raser-Problem. Immer wieder gibt es in der Stadt illegale Straßenrennen, für den Polizeipräsidenten eine „unsinnige und lebensgefährliche Raserei, die wir als Gesellschaft ächten müssen.“ Geldstrafen oder -bußen reichten da alleine nicht aus, sagte Jacob. Dieses Problem müsse in den Familien, in den Fahrschulen und Schulen angesprochen und diskutiert werden. Uwe Jacob: „Jungen Leuten muss klar sein: Rasen ist uncool und kleingeistig.“

Auf Autobahnen plädierte Jacob für ein generelles Tempolimit von 130 Stundenkilometern. Dadurch, das zeigten die Erfahrungen aus anderen Staaten, fahre man stressfreier, und der Verkehr fließe besser. Die Folge seien weniger Unfälle. „Auch im Stadtgebiet ist die Einhaltung von Tempolimits oftmals lebensrettend oder verhindert schwere Unfallfolgen“, sagte Jacob.

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