Köln - Kölner Zentralmoschee im kommenden Mai fertig

Kölner Zentralmoschee im kommenden Mai fertig

Von: dpa
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Die Kölner Zentralmoschee als größter Baukomplex dieser Art in Deutschland soll im kommenden Mai fertig sein. Zu dem Millionenprojekt auf einem 5000 Quadratmeter großen Areal in Köln-Ehrenfeld gehören auch ein Kultur- und Begegnungszentrum. Die Moschee allein - mit Gebetsräumen für 1200 Gläubige - gehört der Bauherrin zufolge zu den bundesweit größten, ist aber nicht die Nummer eins. Foto: dpa

Köln. Die Kölner Zentralmoschee als größter Baukomplex dieser Art in Deutschland soll im kommenden Mai fertig sein. Bei einer so großen Baustelle sei es schwierig, den Zeitplan exakt einzuhalten, sagte Prof. Ali Dere, Vorstandschef der türkisch-islamischen Ditib, am Donnerstag.

Wegen einiger technischer Schwierigkeiten werde sich die Einweihung um wenige Monate verzögern.

Zu dem Millionenprojekt auf einem 5000 Quadratmeter großen Areal in Köln-Ehrenfeld gehören auch ein Kultur- und Begegnungszentrum. Das alles zusammengenommen bildet laut Ditib-Vorsitzendem den größten Moschee-Komplex hierzulande. Die Moschee allein - mit Gebetsräumen für 1200 Gläubige - gehört der Bauherrin zufolge zu den bundesweit größten, ist aber nicht die Nummer eins.

Für die Ditib ist die Moschee Haus Gottes, Heimat für die muslimische Gemeinde und zugleich ein Ort der Begegnung mit Nicht-Muslimen. Auch den Fastenmonat nutzten Muslime intensiv, um sich mit Nicht-Muslimen auszutauschen, betonte Dere. „Gute Nachbarschaft und persönliche Beziehungen” seien den Muslimen wichtig, und es sei viel Normalität im Zusammenleben erreicht. Beim Islam-Verständnis und der Akzeptanz gegenüber den Muslimen sei aber noch mehr machbar. Die Ditib ist in Deutschland der größte islamische Verband und wird vom türkischen Staat mitfinanziert.

Nach Protesten und langer politischer Diskussion war die Moschee mit einer 37 Meter hohen Kuppel und zwei 55 Meter hohen Minaretten im August 2008 vom Stadtrat genehmigt worden. Mit der Politik wurde vereinbart, dass die Predigten ins Deutsche übersetzt werden und es keine öffentlichen Muezzin-Rufe gibt. Zu den Kritikern gehören die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün oder der jüdische Schriftsteller Ralph Giordano, die von „Machtdemonstration” oder „Gigantonomie” sprechen. In der Planungsphase waren skeptische Äußerungen auch von der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Kölner Kardinal Joachim Meisner gekommen.

Dagegen betont die Ditib, in der Millionenstadt Köln gebe kaum eine Moschee. In vielen Moscheegemeinden reiche der Platz nicht aus, an wichtigen Festtagen müssten die Gläubigen draußen stehen und beten, beklagte Dere. Auch die muslimischen Jugendlichen bräuchten ansprechende Moscheen als Anlaufpunkt. „Es ist wichtig, dass wir die jungen Menschen erreichen können. Wir haben auch die Pflicht, sie zu einem ethisch korrekten Verhalten zu erziehen.”

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