Kölner Wallraf-Richartz-Museum wird 150 Jahre alt

Von: dapd-nrw
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Köln. Mit einer Festschrift und der Ausstellung „Tat Ort Museum” feiert das Kölner Wallraf-Richartz-Museum ab Freitag (1. Juli) seinen 150. Geburtstag. Museumsdirektor Andreas Blühm will das auf klassische Gemälde und Grafiken spezialisierte Haus auch weiterhin für ungewöhnliche Begegnungen mit Kunst öffnen.

„Unsere vermeintlich alten Schinken haben auch für die Gegenwart noch ihre Bedeutung, die wir herausarbeiten und herausstellen wollen.”

Anlässlich des Museums-Geburtstages erhält das Haus drei bedeutende Gemälde aus unterschiedlichen Epochen, die unter anderem mit Mitteln der Stadt und verschiedener Förderer finanziert wurden: „Das waren drei Bilder, die uns schon seit langem sehr interessiert haben, weil sie unseren Bestand sehr gut ergänzen”, sagt Blühm. Die Arbeiten von Friedrich Nerly, Johan Hulsman sowie Jean Honoré Fragonard und Marguerite Gérard werden erstmals in der Ausstellung „Tat Ort Museum” gezeigt.

Nicht immer ist es möglich, den Bestand des Museums so zu ergänzen, wie es sich die Museumsdirektor wünscht: „Das Angebot von Alten Meistern auf dem Kunstmarkt ist nicht allzu groß, und dann müssen wir uns auch überlegen, was wir bezahlen können.” Blühm wirbt für ein Museum als Ort der Kommunikation: „Die Kunsthistoriker haben nicht mehr die Hoheit über die Bilder. Für mich sollen Kunstwerke zum gegenseitigen Austausch, zu Gesprächen und Diskussionen anregen. Einen besseren Ort als ein Museum kann ich mir dafür nicht vorstellen.”

Nicht nur anlässlich der Geburtstagsschau setzt Blühm auf Transparenz: „Wir sind eine öffentliche Einrichtung, wir haben nichts zu verbergen. Deshalb gehen wir auch offensiv damit um, zum Beispiel wenn sich ein vermeintlicher Monet in unserem Besitz als Fälschung erweist”, betont der Direktor, der seit Jahren mit eher mäßigem Erfolg um mehr Unabhängigkeit für sein Haus wirbt: „Natürlich ist ein städtisches Museum eine Einrichtung, die vom Steuerzahler subventioniert wird und demnach auch der öffentlichen Kontrolle unterliegen muss. Auf der anderen Seite sind wir aber auch keine klassische Behörde, auch wenn wir seitens der Verwaltung oft so behandelt werden.”

Die Ausstellung „Tat Ort Museum” wird bis zum 25. September gezeigt. Das Wallraf-Richartz-Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Donnerstag bis 21 Uhr.
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