Köln - Kölner stellen sich auf Hochwasser ein

Kölner stellen sich auf Hochwasser ein

Von: Daniela Lukaßen
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Vorsorglich abgesperrt: Ein Gitter warnt Passanten in Köln-Rodenkirchen vor Hochwasser. Heute Morgen wird ein Pegelstand von 6,65 bis 6,85 Metern erwartet. Foto: Daniela Lukaßen
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Beobachtet den Rheinpegel in der Hochwassersaison genau: Campingplatz-Besitzer Bernhard Berger. Foto: Daniela Lukaßen

Köln. Geschmolzener Schnee und Regen aus der Alpenregion und aus dem Schwarzwald sorgen derzeit für Hochwasser in Köln. Bis spätestens Donnerstag soll der Rheinpegel auf über sieben Meter ansteigen. Derzeit steigt das Wasser stündlich um etwa drei bis vier Zentimeter. Für die Mitarbeitenden der Hochwasserschutzzentrale Köln bedeutet das: Dauereinsatz.

„Wir stellen täglich eine Pegel- prognose für Köln“, sagt Dr. Marlene Willkomm, stellvertretende Leiterin der Hochwasserschutzzentrale Köln. „Wenn wir sehen, dass es zu einem Hochwasser kommt, benachrichtigen wir alle zuständigen Ämter und Organisationen.“ Jedes Amt und jede Organisation, etwa das Technische Hilfswerk (THW), die städtischen Ämter, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sowie die Stadtentwässerungsbetriebe Köln verfolgen dann einen eigenen Alarm- und Einsatzplan.

Bereits ab 4,50 Meter spricht man bei der Hochwasserschutzzentrale von einem Hochwasser. Auch im Stadtteil Rodenkirchen, der im Kölner Süden liegt, hat Bernhard Berger alle Hände voll zu tun. Sein Campingplatz liegt direkt am Rheinufer. Und wo am Montag noch 20 Wohnwagen standen, wird in den nächsten Stunden das Hochwasser erwartet. Berger hat einige Hochwasser miterlebt. Seit 1931 ist der Platz im Besitz der Familie. „In der Hochwassersaison beobachte ich den Pegel und achte auf die Wetterberichte“, sagt Berger.

Sobald der Rhein über das Ufer zu treten droht, ist Handeln gefragt. „Die erste Aufgabe ist es, die Gäste zu informieren, die noch mit ihren Wohnwagen hier stehen. Dann bauen wir die Zäune ab und die Stromleitungen werden in Sicherheit gebracht. Danach heißt es: weiter beobachten.“ Denn ab einem Pegelstand von 8,30 Meter droht das Wasser auch in die Gebäude zu laufen. So weit ist es noch nicht. Einige Meter weiter sind die Wiesen am Ufer bereits überflutet. Die Rutsche und das Klettergerüst auf dem Kinderspielplatz stehen mitten im Wasser. Auch das Hubtor in Rodenkirchen ist geschlossen.

Wenn der Rhein auf über sieben Meter steigt, ist mit ersten Einschränkungen für den Schiffsverkehr zu rechnen. Ab diesem Pegelstand dürfen Schiffe nur noch langsam und in der Mitte des Rheins fahren. Bei der Köln Düsseldorfer Schifffahrt rechnet man momentan noch nicht damit, dass die Touren über den Fluss komplett eingestellt werden müssen. „Es ist noch zu früh, um etwas zu sagen. Wir müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Nicole Becker von der Köln Düsseldorfer. „Die Gäste müssen aber vorerst keine Angst haben, dass die Adventsfahrten ausfallen.“ Eine Einstellung der Schifffahrt sei erst ab einem Stand von 8,30 Meter nötig, sagt Willkomm. Dann seien die Brücken in Köln zu niedrig für den Schiffsverkehr.

In der Kölner Altstadt ist noch nicht viel vom Hochwasser zu merken. Einige Spaziergänger zücken die Handys, machen Fotos vom Kölner Pegel. „Das Wasser ist ja noch nicht mal über das Ufer getreten“, sagt ein Junge. Auf dem Parkplatz der Bastei zwischen Hohenzollernbrücke und Zoobrücke, der auch den Reisebussen, die die Weihnachtsmarktbesucher nach Köln bringen, als Stellplatz dient, sieht die Lage anders aus. Der wurde vorsorglich gesperrt, weil er direkt am Wasser liegt.

Eine genaue Prognose, wie hoch der Rhein noch steigen wird, kann Willkomm noch nicht geben. „Es wird wohl nicht bei sieben Metern bleiben“, sagt sie. Aber ein Jahrhunderthochwasser, wie in den Jahren 1992, 1993 und 1995, bei denen Pegelmarken von über zehn Metern erreicht wurden, wird noch nicht befürchtet. Beeinträchtigungen für die Weihnachtsmarktbesucher, die mit dem Reisebus kommen, wird es nach Auskunft von Köln-Tourismus nicht geben. Da der Parkplatz an der Bastei ohnehin nur als Ausweichparkplatz diene und die Busse eigentlich an der Messe parken, rechne man nicht mit Behinderungen.

Und auch vor nassen Füßen müssen die Weihnachtsmarktbesucher noch keine Angst haben. Die Rheinpromenade wird erst bei einem Pegelstand von rund acht Metern angeflutet. Und bis zu den meisten Weihnachtsmärkten ist es dann noch ein Stückchen.

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