Kölner Stadtarchiv: Erste Archivalien wieder einsehbar

Von: Fabian Wahl, dapd
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Die Trümmer des eingestürzten historischen Stadtarchivs in Köln. Foto: dpa

Köln. Fast drei Jahre nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs in Köln sind erstmals wieder Archivalien im Original einsehbar. Das Archiv eröffnet am 3. Januar den Lesesaal im Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum (RDZ) mit einem noch vergleichsweise kleinen Angebot.

Zugänglich sind Teile der Bibliothek und Fotosammlung, Neuerwerbungen seit dem Einsturz und erste restaurierte mittelalterliche Urkunden und Handschriften, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

Da die Restaurierung der Archivalien zügig voranschreite, soll sich der Bestand nach und nach erweitern. Zunächst sollen hauptsächlich digitalisierte Werke und später immer mehr Originale zur Verfügung stehen. Das gesamte Archivgut wird nach Schätzungen erst in 30 bis 50 Jahren wieder hergestellt sein.

Von den rund 60.000 verschütteten Urkunden aus den Jahren 922 bis 1815 seien nun 600 wieder zu sehen, sagte Archivsprecher Frank Neweling der Nachrichtenagentur dapd. Bei den Fotoaufnahmen handele es sich um Bilder von und zu Kölner Ereignissen, Gebäuden und Persönlichkeiten.

„Als Höhepunkte lassen sich sicher eine Disziplinarakte und der Verbundbrief aufführen”, sagte Neweling. Der Verbundbrief aus dem Jahr 1396 war die zentrale Verfassungsurkunde der Reichsstadt Köln. In der Akte wird die disziplinarrechtliche Untersuchung des Geistlichen Jacobus Schoegen am Stift St. Aposteln dokumentiert, der wegen Frauengeschichten in Misskredit gefallen war. Für die Einsicht ist eine Anmeldung erforderlich.

Das Historische Stadtarchiv war am 3. März 2009 zusammengefallen. Zwei Menschen kamen ums Leben. Kostbare Dokumente auf einer Länge von 30 Regalkilometern wurden begraben, darunter kostbare Stücke wie der Nachlass von Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll (1917-1985) und mittelalterliche Handschriften des Theologen Albertus Magnus.

Rund 95 Prozent des Archivguts konnten geborgen werden. In den Tagen nach dem Einsturz hatten Beobachter noch einen Totalverlust der Archivbestände befürchtet. Die Ursache für den Einsturz steht noch nicht fest, vermutlich gibt es aber einen Zusammenhang zu einer nahe gelegenen U-Bahn-Baustelle. Der Neubau des Kölner Stadtarchivs soll im Jahr 2015 bezogen werden.
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