Kölner Polizei durchsucht Messe nach Anschlags-Drohung

Von: ddp
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Anuga Messe - Polizei
Polizisten stehen vor einem Eingang der Kölner Messe, wo gerade die weltgrößte Nahrungsmittelmesse Anuga abgehalten wird. Nach einer im Internet veröffentlichten Anschlagsdrohung hatte die Polizei in der Nacht zu Sonntag die Messehallen durchsucht. Foto: dpa

Bonn. Wegen einer im Internet veröffentlichten Anschlagsdrohung hat die Polizei in Köln in der Nacht auf Sonntag die Hallen der Ernährungsmesse Anuga durchsucht und fünf Personen aus dem islamistischen Spektrum überprüft.

Anhaltspunkte für eine Gefährdung seien nicht gefunden worden, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Düsseldorf liegen für Nordrhein-Westfalen derzeit keine konkreten Hinweise auf Anschlagsvorbereitungen oder -planungen vor. Die Kölner Messehallen wurden der Polizei zufolge fünf Stunden lang intensiv durchsucht. Zu Einzelheiten wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Die Drohung werde „sehr ernst” genommen. Die Polizei habe am Sonntag ihre Präsenz bei der Anuga erhöht, die bis Mittwoch dauert.

Nach Auswertung der Hinweise im Internet überprüfte das LKA vorsorglich fünf Personen aus dem Raum Köln/Bonn. Die Betroffenen gehörten dem sogenannten islamistischen Spektrum an, teilte ein LKA-Sprecher mit. Hinweise auf einen geplanten Anschlag hätten sich nicht ergeben. Die fünf Personen befänden sich wieder auf freiem Fuß.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel” haben die deutschen Sicherheitsbehörden zwei weitere Islamisten aus Deutschland identifiziert, die im Internet zum bewaffneten Kampf aufrufen. Einer der beiden Männer lebte dem Bericht zufolge jahrelang in Hamburg, der zweite stammt aus Bonn.

Die Männer seien im jüngsten Propagandavideo der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) unter den Pseudonymen Abu Safiyya und Abu Askar aufgetreten, heißt es in dem Magazinbericht. Bei Abu Askar solle es sich um einen Iraner handeln, der 1994 im Alter von elf Jahren nach Hamburg kam und seitdem dort wohnte. Am 4. März 2009 sei er über Katar ins pakistanische Peschawar geflogen. Begleitet wurde der Iraner von seiner Freundin und drei weiteren Bekannten aus Hamburg. In Pakistan sollen sie sich der deutschen Kolonie der IBU angeschlossen haben.

Seit mehreren Monaten sitzen laut dem Bericht sechs Freiwillige aus Deutschland in pakistanischer Haft, die nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden ebenfalls zur IBU wollten. Sie sollen nach Deutschland abgeschoben werden.
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