Kölner Gutachten bringt Düsseldorfer OB in Zugzwang

Von: dpa
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Düsseldorf. Die Vergangenheit des neuen Düsseldorfer Stadtkämmerers Manfred Abrahams bringt seinen Dienstherrn, Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU), in Zugzwang.

Der Untersuchungsbericht einer Kölner Anwaltskanzlei wirft Abrahams nach Angaben der „Rheinischen Post” „grobe Fahrlässigkeit” vor und empfiehlt zivil- und dienstrechtliche Schritte gegen den Beamten.

In Krefeld, wo Abrahams zuvor Finanzchef war, soll es zu mehreren Pannen im Finanzmanagement der Stadt gekommen sein: So soll die Stadt 800 000 Euro an ein bereits insolventes Unternehmen überwiesen haben - das Geld sei damit verloren gewesen. Die Kölner Verwaltungsrechtler attestieren dem Krefelder Finanzmanagement demzufolge schwere Mängel. Die Stadt Krefeld bestätigte am Dienstag das Vorliegen des Gutachtens, wollte sich zum Inhalt aber nicht äußern.

Vor wenigen Monaten war Abrahams nach Düsseldorf gewechselt. „Die Stadt Krefeld wird disziplinarrechtliche Schritte durch eine externe Stelle einleiten”, teilte sie am Dienstag mit. Damit dürfte der Düsseldorfer Oberbürgermeister gemeint sein. Die Düsseldorfer Bezirksregierung hat die Kommunalaufsicht nur über die Oberbürgermeister, nicht über die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Für sie sei wiederum der Oberbürgermeister zuständig, teilte eine Sprecherin der Bezirksregierung mit.

Die Stadt Düsseldorf gab sich zum Thema Abrahams zugeknöpft: Eine Stellungnahme werde es am Dienstag nicht geben, hieß es dort. Die Stadt Krefeld berichtete, man habe den Untersuchungsbericht der Kanzlei an die Stadt Düsseldorf weiter geleitet. Die Düsseldorfer SPD-Chefin Karin Kortmann forderte, den Kämmerer von seinen Aufgaben zu entbinden, bis eine Überprüfung der Anschuldigungen abgeschlossen sei.

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