Köln: Rat beschließt Archäologische Zone und Jüdisches Museum

Von: kna
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Köln. Der Rat der Stadt Köln hat den Bau der Archäologischen Zone und des Jüdischen Museums beschlossen. Die Mehrheit des Stadtrates stimmte am Dienstagabend für das rund 48 Millionen Euro teure Projekt. Die Entscheidung stehe jedoch unter Finanzierungsvorbehalt, hieß es.

Durch das Ausscheiden des Fördervereins für das Jüdische Museum bestehe eine beachtliche Deckungslücke. Bislang hat das Land Nordrhein-Westfalen eine Beteiligung an den Kosten in Höhe von 14,3 Millionen Euro zugesagt. Einen fast ebenso hohen Betrag will die Stadt selbst beitragen. Der Bau soll bis zum Jahr 2013 realisiert werden.

Die ursprünglichen Pläne für ein eigenständiges Museum vor dem Kölner Rathaus hatten sich im vergangenen Sommer zerschlagen. Der private Trägerverein zog seine Zusage für die Finanzierung und den Betrieb zurück, da Sponsoren abgesprungen waren. Nun soll ein kleinerer Bau Bestandteil der Archäologischen Zone werden.

Mit der etwa 7000 Quadratmeter großen Archäologischen Zone, an der seit fast drei Jahren gearbeitet wird, entsteht eines der größten unterirdischen Museen Europas. Mauerreste aus der Römerzeit sind hier bis zu einer Höhe von viereinhalb Metern erhalten. Daneben hat man mittelalterliche und spätmittelalterliche Bauwerke samt Brunnen, Treppen und Gewölben freigelegt. Oberirdisch soll ein Gebäude, das nur einen Teil der Ausgrabungen umhüllt, das Jüdische Museum beherbergen.

Die Zone umfasst unter anderem das aus dem vierten Jahrhundert stammende und fast 100 Meter lange Praetorium, den Palast der kaiserlichen Statthalter Roms. Auch gibt es Tore, Wohn- und Kaufmannshäuser, die Archäologen auf das Jahr 4 oder 5 nach Christus datieren, und die „cloaca maxima”, den mannshohen Hauptabwasserkanal aus dem 1. Jahrhundert.

Daneben sind Teile des jüdischen Viertels aus dem Mittelalter erhalten, darunter die älteste bekannte Synagoge in Deutschland und eine um 1170 erbaute Mikwe, das Kultbad der jüdischen Gemeinde.
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