Klimacamp 2016: Aktivisten loben Polizei, Polizei lobt Aktivisten

Von: Marlon Gego
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Erkelenz. Irgendwas ist anders in diesem Jahr, irgendwas ist besser, wahrscheinlich liegt es daran, dass möglichst viele sich bemühen, möglichst guten Willen zu zeigen. Ein Sprecher des Klimacamps, das noch bis Sonntag in Erkelenz-Lützerath stattfindet, äußerte sich am Donnerstag positiv über die Polizei, die Polizei äußerte sich positiv über das Klimacamp, und die Mitarbeiter von RWE, vertreten durch die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), äußerten sich positiv über ein Treffen mit Vertretern des Klimacamps.

Wer hätte das noch vor einer Woche gedacht?

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist das Klimacamp dieses Jahr friedlich verlaufen, die kleine Ausnahme ist die Besetzung der leerstehenden Schule in Erkelenz-Immerath durch einige Dutzend Aktivisten. Dort soll „mindestens für die Dauer des Klimacamps die ,Schule des Kohleausstiegs‘ für alle Interessierten“ geöffnet bleiben, wie ein Aktivist gestern sagte: „RWE zerstört, wir bilden.“ Ein RWE-Sprecher kündigte an, Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs zu stellen, RWE hat in vielen leerstehenden Gebäuden Immeraths Hausrecht, der Ort soll dem Tagebau Garzweiler weichen.

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach ist in diesen Tagen viel vor Ort, auch am Donnerstag suchte er immer wieder das Gespräch mit Aktivisten. Nicht alle waren zum Gespräch bereit, sagte Weinspach, aber viele eben doch. Klimacamp-Sprecher Milan Schwarze sagte, „die veränderte Polizeitaktik ist deutlich spürbar“, die Beamten setzten stärker als früher auf Deeskalation. „Wir hoffen, dass das auch so bleibt“, sagte Schwarze.

Weinspach, dessen Behörde den Dauereinsatz am Klimacamp leitet, begrüßt „den Aktionskonsens außerordentlich“, in dem die Klimacampteilnehmer beschlossen, physische Auseinandersetzungen unter allen Umständen zu vermeiden. „Wir wollen Leben schützen, nicht gefährden“, sagte Schwarze. Dennoch könne es „am Samstagvormittag zu Aktionen zivilen Ungehorsams kommen“. Was genau das bedeutet, konnte er am Donnerstag allerdings noch nicht sagen.

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