Bonn - „Klein-Manhattan” am Rhein: Bonn floriert auch ohne Bundesregierung

„Klein-Manhattan” am Rhein: Bonn floriert auch ohne Bundesregierung

Von: Friedrich Kuhn, ddp
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Bonn. Zehn Jahre nach dem Umzug von Bundestag und Bundesregierung vom Rhein an die Spree entwickelt sich Bonn zunehmend zu einer internationalen Adresse. Es sei in den vergangenen Jahren gelungen, die Bundesstadt „voll und ganz als ein zweites bundespolitisches Zentrum zu etablieren”, sagte die stellvertretende Pressesprecherin der Stadt, Monika Hörig.

Im früheren Regierungs- und Parlamentsviertel werde in diesem Jahr im räumlichen Zusammenhang mit dem UNO-Campus ein neues Hotel-Hochhaus inklusive großem Komplex mit Konferenzsälen für das „World Conference Center Bonn” (WCC Bonn) fertiggestellt.

Das Hotel bietet nicht nur eine Ausstattung auf „Weltniveau”. Es wird auch wegen der UNO-Konferenzen dieselben strengen Sicherheitseinrichtungen haben wie der UNO-Sitz in New York.

Die Kongresshalle bietet nach Angaben Hörigs bis zu 5000 Menschen Platz. Dank ihrer multifunktionalen Ausgestaltung könnten unter ihrem Dach auch Sport- und Kulturveranstaltungen stattfinden.

Das neue Hochhaus von 68 Meter Höhe lässt zusammen mit dem nicht weit entfernten Post-Tower (166 Meter) und Langem Eugen (115 Meter) am linken Rheinufer eine Silhouette a la „Klein-Manhattan” entstehen.

Ziel ist es, pro Jahr bis zu 230.000 Kongressteilnehmer nach Bonn zu holen. In der Stadt sind 18 Organisationen der Vereinten Nationen angesiedelt.

Bonn hat in seiner jungen Geschichte als einzige UNO-Stadt Deutschlands schon zahlreiche internationale Konferenzen ausgerichtet. Hörig verweist darauf, dass zum Beispiel vom 25. bis 27. Januar die Gründungskonferenz der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien stattfindet, die wichtige Weichen für den globalen Klimaschutz stellen soll.

Vom 19. bis 22. März veranstaltet die Frauenorganisation der UNO die Konferenz „Potenzial und Verantwortung der Frauen in der Gesellschaft”.

Im Juni werden etwa 2000 Experten zu den Ausschusssitzungen des UNO-Sekretariats zum Klimawechsel in Bonn erwartet.

Maßgeblichen Anteil an der Umgestaltung Bonns von der Bundeshauptstadt zu einem Ort des internationalen Dialogs hatte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD).

Nach drei Wahlperioden und 15-jähriger Tätigkeit scheidet sie 2009 aus dem Amt. Sie stemmte sich stets erfolgreich gegen den „Rutschbahneffekt”, mit dem besonders Berliner Haushaltspolitiker die in Bonn verbliebenen Ministerien an die Spree holen wollten.

Dieckmann steht jetzt als Präsidentin an der Spitze der Deutschen Welthungerhilfe.

Unter Dieckmanns Leitung gelang es, Bonn zu einem Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort „umzufunktionieren”. In und um die Stadt herum entstanden in den vergangenen Jahren rund 50.000 Arbeitsplätze.

Die Zahl der Bewohner, die derzeit auf 315.000 beziffert wird, soll sich laut jüngsten Prognosen bis 2025 um bis zu zehn Prozent erhöhen.

Besonders die Mitarbeiter der UNO und der Wirtschaftsverbände loben, dass Bonn für sie wegen seiner geographischen Lage von großem Wert sei.

Von den nahe gelegenen Fluglätzen in Köln und Düsseldorf seien die Europametropole Brüssel, aber auch Paris, London, Rom und Moskau schnell zu erreichen. Gerade wegen des Telekomstandortes und der Postzentrale wird Bonn eine gute Zukunft vorausgesagt.
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