Aachen - Kitas: Unbefristeter Streik kommt

Kitas: Unbefristeter Streik kommt

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
Streik Kita
Der Großteil der Kitas in der Region wird voraussichtlich ab Montag dicht bleiben. Foto: Carsten Rehder/dpa/lno

Aachen. Die Eltern in der Region stehen vor unbefristeten Streiks in den Kitas. Während derzeit landauf, landab ein Großteil der Züge noch bis Sonntag still steht, türmt sich nun am Horizont bereits die nächste Streikwelle auf. Und diese wird mit voller Wucht vor allem junge Familien treffen, wenn voraussichtlich ab kommenden Montag die überwiegende Zahl der städtischen Kitas dicht bleibt.

Knapp 97 Prozent der Komba-Mitglieder stimmten in den vergangenen Tagen für einen Vollstreik, wie der Aachener Komba-Ortsverband am Dienstag mitteilte. „Es ist schade, dass wir in den unbefristeten Streik gehen müssen“, sagte der Aachener Komba-Streikleiter Dirk Schröders am Dienstag gegenüber der AZ. „Aber die Arbeitgeber wollten das so.“

Die Gewerkschaften planen nach ersten Warnstreik-Runden nun richtig die Muskeln spielen zu lassen. Bis zu zwei Wochen wollen die Komba-Mitglieder aus dem Sozial- und Erziehungsdienst in den Ausstand treten. Noch ist der endgültige Streikaufruf zwar noch nicht ertönt, aber die Zeichen verdichten sich, dass in Aachen und der Region spätestens ab dem 11. Mai harte Zeiten auf die Eltern zukommen werden.

An diesem Tag findet zudem die landesweite Auftaktveranstaltung von Komba in Aachen statt. 2000 Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen werden zur Kundgebung am Elisenbrunnen erwartet. Der Streik werde „leider gravierende Auswirkungen für Eltern und Kinder haben“, wie Schröders eingestand.

Bisher sei von Elternseite jedoch großes Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaften vorhanden gewesen. Deutliche Kritik übt Schröders indes an den Arbeitgebern. Bei ihnen fehle es „weiterhin an Wertschätzung für Erzieher“. Es sei bislang in keinster Weise auf die Forderungen der Gewerkschaften eingegangen worden, moniert Dirk Schröders.

Nach fünf Runden hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen für gescheitert erklärt. Verdi, GEW und der Deutsche Beamtenbund mit seiner Fachgewerkschaft Komba fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung.

Mehr als 92 Prozent der Verdi-Mitglieder votierten am Mittwochmorgen bei einer Urabstimmung für unbefristete Arbeitsniederlegungen, wie Verdi-Chef Frank Bsirske in Berlin mitteilte.

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