Kitas: Ein Angebot, aber keine Zugeständnisse

Von: Stephan Mohne
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Sitzt aus alten Beigeordnetenzeiten in der bundesweiten Verhandlungskommission: Dieter Rehfeld.

Aachen. „Eine absolute Unverschämtheit“, entfuhr es einem Gewerkschafter spontan. „Ein Schlag ins Gesicht“, ärgerte sich ein anderer. Da hatten sie gerade das Angebot der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in Sachen Sozial- und Erziehungsdienst vernommen.

Kurz zuvor hatte die VKA-Mitgliederversammlung sich in Frankfurt für dieses Angebot ausgesprochen. Nur: Bei dem Papier, das unserer Zeitung vorliegt, handelt es sich eins zu eins um jenen Arbeitgebervorschlag, der schon Wochen auf dem Tisch liegt.

Das Wort Vorschlag wurde einfach gestrichen und durch Angebot ersetzt. Besagten Vorschlag hatten die Gewerkschaften bisher rundweg abgelehnt und tun dies immer noch – das Angebot stößt ihnen insofern sauer auf. Denn einen ganz entscheidenden Punkt sehen sie durch die Inhalte nicht erfüllt. Die Gewerkschaften fordern eine Höhergruppierung aller Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst.

Die Arbeitgeber stimmen zwar besseren Einstufungen von Erzieherinnen zu, aber nur bei entsprechenden Zusatzaufgaben wie Integration oder Sprachförderung. Eine pauschale Besserstellung, die laut Gewerkschaften den Beschäftigten durchschnittlich zehn Prozent mehr Geld einbringen würde, lehnen die Arbeitgeber ab. Zudem wollen sie bei Sozialarbeitern und -pädagogen gar keine Verbesserungen zugestehen.

„Wir sind der Forderung der Gewerkschaften nach einem Angebot nachgekommen“, sagte Dieter Rehfeld (Aachen), Mitglied der bundesweiten Arbeitgeber-Verhandlungskommission, kurz nach der Entscheidung am Nachmittag unserer Zeitung. Verbesserungen gebe es aber gegenüber den bisherigen Positionen nicht. Die VKA fordert nun Verhandlungen, die Dienstag beginnen sollen. Zudem solle der Streik während der Zeit der Verhandlungen ruhen.

Das erscheint allerdings angesichts des Angebots höchst unrealistisch. Und so werden Eltern und Kinder voraussichtlich nach wie vor und für nicht absehbare Zeit in Sachen Betreuung böse in die Röhre schauen.

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