Kirchenvorstand entlassen: Unmut in der Pfarrgemeinde

Von: zva
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Nideggen. Die Amtsenthebung von acht Kirchenvorstehern sorgt in einer katholischen Eifeler Pfarrgemeinde für Unmut. Das Generalvikariat enthob die acht ihres Amtes, weil sie vertrauliche interne Informationen öffentlich gemacht hätten.

Für die Betroffenen in der Gemeinde St. Hubertus in Nideggen-Schmidt sagte Adalbert van Londen am Freitag: „Das ist unverhältnismäßig, die härteste Strafe auszusprechen.”.

Das Generalvikariat hatte den Vorständen der Pfarrgemeinde St. Hubertus in Schmidt bei Nideggen vorgeworfen, „mehrmals schwerwiegend gegen die Pflicht der Amtsverschwiegenheit” verstoßen zu haben. Auf Handzetteln hätten sie Beschlüsse zu Bau- und Renovierungsarbeiten sowie Personalsachen mitgeteilt und die Argumentation des Pfarrers dargelegt. Sie hätten so die Gemeinde mit in die Kontroverse mit dem Pfarrer hineingezogen. Der Kirchenvorstand kümmerte sich um die Finanzen der Pfarre und bestand aus acht Ehrenamtlern und dem Pfarrer.

Van Londen sagte, den Handzetteln seien jahrelange Querelen mit dem Pfarrer vorausgegangen. Die Kirchenvorsteher hätten sich in der Pflicht gesehen, die Pfarrgemeinde über die Probleme mit dem Pfarrer zu informieren. In einem im Sommer veröffentlichten Handzettel schrieben sie: „Wir wenden uns heute mit diesem Schreiben an Sie alle, weil wir große Probleme mit unserem Pfarrer haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass Sie darüber informiert werden müssen.”

Auf den Handzetteln warfen sie dem Pfarrer unter anderem vor, eigenmächtig an Beschlüssen des Kirchenvorstands vorbei gehandelt zu haben. So habe der Pfarrer eigenmächtig einen Architektenauftrag zum Umbau des Pfarrhauses verändert. Der Pfarrer wollte sich zu den Vorwürfen und zur Auseinandersetzung nicht äußern.

St. Gertrud sei eine lebendige und finanzkräftige Pfarre, sagte van Londen, aber auch selbstbewusst und deshalb für das Bistum auch manchmal unbequem. Sie gehöre zu den härtesten Gegnern des vom Aachener Bischof Mussinghoff eingeführten Konzepts von Pfarrverbünden und trat nur widerwillig bei. „Die haben die Gelegenheit genutzt, den Hammer zu schwingen”, wirft van Londen dem Bistum vor.

Es gebe in der Tat sachliche Auseinandersetzungen, sagte der stellvertretende Generalvikar, Rolf-Peter Cremer. „Aber dafür wird man nicht abgesetzt.” Auslöser für die Amtsenthebung sei ausschließlich der Verstoß gegen die Dienstverschwiegenheit. Die Kirchenvorsteher hätten bekannt, dass sie bewusst dagegen verstoßen hätten. Aus diesem Grund habe die kirchliche Aufsichtsbehörde keinen Spielraum für eine mildere Konsequenz gesehen.
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